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Rohan über tie Umtriebe des
I« 26 . 'Am 27. September gelangte ein aufgefangener Brief Lasnier'o anden Kapuziner ?. Joseph i» Rohan's Hände. Unter Andern, schrieb er,Jenatsch habe das französische Interesse (der Ausdruck war „»ou»")verrathen. Die drei neuen Regimenter Florin, Jenatsch und Guter
2? Die Seele der ganze» bündnerische» Bewegung war Jenalsch.Rohan meldet über ihn und sein Treiben Mein. 285 u. ffig. in nach-stehender Weise,
„Die Kaiserlichen und Spanier wußten die herrschende Unzufrieden-heit geschickt zu benuzc» nnd fanden an den einflußreicheren damaligenBündnern auch llnterstüzung. Der Geeignetste von ihnen, um ein solcherUnternehmen zum Ziele zu führen, war Georg Jenatsch, gebürtig vonLamaden in, Oberengadin, ein Mann ohne hervorragende Stellung,Verwandtschaft und Glücksgüter, mit Ausnahme derer, welche ihm sein«Gewandtheit (inlluslrie) eingetragen halte. Zuerst evangelischer Pfarrer,nahm er des Predigens müde, das Kriegshandwerk zur Hand und brachteeS bis zum Obersten. Jezt sich fällig haltend, dem Hause Oesterreichin seinem Vaterlande einen bemerkenswerthen Dienst zu leisten, war erzweifelhaft, ob die evangelische Konfession nicht ein Hinderniß sein könnte,um bei denselben volle Kunst sich zu erwerben und diejenige Belohnungdavon zu trage», welche er sich versprach. Dieß die Ursache, weßhalber katholisch wurde. Von nun an begann er mit Oesterreicher» undSpaniern geheimen Verkehr z» unterhalten und zwar bis zu dem Grade,daß er während des ganzen lezten Krieges (1685) im Deltlin über alleVorfälle heimlich rappvrtirte und Antwort erhielt.
Dieser Jenatsch war demnach derjenige, der vorzugsweise die Un-zufriedenheit nährte und Leuten dieses Schlages vorstellte, wie geradejezt die Conjnnclur am günstigsten wäre, um ei» für -alle Male derFranzose» sich z» entledigen und mit Oesterreich ein sicheres und vor-tbeilhaftes Bündniß zum Abschluß zu bringen Durch dieses Mittelkönnte man nicht blos in den Besiz des Deltlins treten, sondern in dem-selben auch ruhig und ohne Hinderniß sich behaupten, während solchesbei den Franzosen gar nicht möglich, da diese zu entfernt von ihnenwären nnd auch ein einziger übler Erfolg die Bündner in stete Ab-bängigkeil von denselben bringen könnte. Jenes aber verlange »nzweifel-baft sowohl die öffentliche Wohlfahrt als auch das Privatinteresse selbst,denn das Haus Oesterreich vermöge Kriegsämter in Italien und Deutsch-land zu vergeben und denen, welche lieber zu Hause zu bleiben wünschten,wirkliche Pensionen und imaginäre, wie die französischen. Der Nuzen,welchen die Eidgenossen vom Goltshardpasse bezögen, komme dann denBündnern zu gut. Nachdem das Haus Oesterreich aus den gegenwär-tigen Verhältnissen erkannt habe, von welcher Wichtigkeit ihm die Bündeund das Velliin seien, werde es nichts sparen, um sich dieselbe» durchFreigebigkeit und Wohlthaten ergeben zu erhalten, im klebrigen wohl