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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Zur Rechtfertigung

IM Claudia verhandelt worden war. Noch fügten sie hinzu, daß Hülfe,um die Franzofen zum Abzug zu zwingen, bereit sei.

Sie schrieben auch au den Zürcher Oberst Caspar Scbwid, docherst den 19. März, am Donnerstage und zur nämlichen Stunde, alsschon das Zürcher Regiment in die Schanze eingerückt war und derOberst selbst nachfolgte. Rudolf v. Salis siegelte diese» Brief, inwelchem weitläufig ausgeführt wurde, wie die Lündner von denFranzosen betrogen worden und somit selbst für sich zu sorgen ge-nöthigt wären. Sie ermähnte» ihn, sich mit ihnen zu vereinigen,oder aber mit seinem Regiment abzuziehen und keinen Widerstand zuleistenversicherten ihn jedoch ihres Dankes, wenn er zu ihnen stehe.

Freitags, den 20. März, beantwortete Schmid den Brief undsprach seine Verwunderung über dieses Beginnen aus, da ja am leztenBeitag beschlossen worden sei, bis 1. Mai zuzuwarten.^ Fx ssi aufBefehl des Herzogs gestern Abend mit seinem Regiment in die Besteeingerückt, wolle auch die Bündner nicht angreifen, wenn dieselbengegen ihn das Nämliche zu beobachten gedächten. Er habe seineTruppen vom St. Luziensteig entfernt, der nunmehr lediglich von derbündnerischen Mannschaft des Brügger'schen Regiments bewacht werde.Er gedenke seinen Obern zu schreiben, damit dieselben bei dem Postenan der Rheiubrücke sich dahin verwendeten, daß der Plaz freiwilliggeräumt würde. Seinen Boten mochte man frei passiren lassen unddie Fahne des Haupimanns Reinhard, welche noch im Wirthshausliege, herausgeben (dieß geschah dann auch) und wenn man endlicheine Zusammenkunft mit dem Herzog von Nohan wünsche, sage erihnen zu diesem Zwecke freies Geleite zu.

Mittwochs, den 18. März, war von den Bünden im ähnlichenSinne an den Rath in Zürich geschrieben worden, mit Darlegungder Klagen gegen die Franzosen und dem Gesuche, der Zürcher'sche»Mannschaft entweder den Befehl zu geben, sich den Bündner anzu-schließen oder aber abzuziehen. Auch möchte Zürich als alter Bnnds-genoffe den Franzosen keine Hülfe oder Durchpaß gegen die Bundegestatten.

Alle Pässe in das Veltlin wurden nun besezt und vom Tumleschg,wo die Häupter tagten, ^ kamen sie dann in das Feld zwischen Ems

so Stehe oben S. 217 und S. 215 N. 46.

Lehman» gibt hier die Notiz, daß sie zu Tumils versammelt warenund in einem alten Travert-'schen Hanse ihre Sessionen hielten.