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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Dieses Vorgehens.

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und Cur herab und nahmen die Mannschaft auf dasjenige, was sieund die Obersten ihr befehlen wurden in Eid und Pflicht. DieTruppen zogen dann sofort nach Zizers ab.

Oberbefehlshaber war der Oberst Jenatsch, der auch in nicht garzu wichtige» Dingen des Sigels sich bediente. Decrete von Bedeu-tung wurden Namens der Häupter und des Kriegsraths und unterdem Sigel gemeiner drei Bünde erlassen.

Der Grund aber, daß Oberste und Hauptleute noch vor dem 1.Mai zu den Waffen griffen, lag darin, daß die spanischen Minister derSache nicht trauten, wenn Geld und andere Gunstbezeuguugen ausFrankreich anlangen sollten.

Freitags den 20. März, um 6 Uhr Morgens, griff endlich TraverSmit dem Regiment Salis einen jenseits der Nheinbrücke stehendenPosten von zwanzig Mann, aus der Compagnie Joh. Ant. Stuppa'san, jagte ihn in die Flucht, nahm den Sergenten und zehn Manngefangen, verwundete zwei und besezte dann die Brücke, von welcherdann sofort einige Bretter entfernt wurden.

Von der Beste aus hätten sie sehr leicht Verlürste erleiden können,doch wollte die Besazung keine Feindseligkeiten üben.

In der Nacht vom 20. auf den 2 t. März stellten die Bündnerbei der Riedmühle an der Brücke über die Lanquart zwölf Mann auf,welche von einer französischen Patrouille und einigen Spähern ange-griffen wurden. Ein Mann aus der Compagnie Johann Schorsch'serhielt Hiebei eine Wunde, die klebrigen zerstreuten sich. In der Mühlestanden vierhundert Säcke Korn, welche die Eidgenossen, wenn siegewollt, Tags vorher sehr leicht in die Schanze hätte bringen können.

Als Sonnabends, den 21. März, der Oberstlieutenant Buol unddie übrigen Hauptleute des Regiments Brügger ihre Mannschaft zuden andern bündnerischen Regimentern stoßen lassen wollten, ver-langten die meisten Eidgenossen und auch Andere die Herausgabe ihrerFahnen; ihnen schloffen sich dann auch die Maienfelder an, bedrohtenihre Führer und verlangten, sich Rohan in der Beste anzuschließen.Brügger suchte sie möglichst zu beruhigen und lud sie ein mit ihm aufden St. Luziensteig gegen den Feind zu ziehen, falls ein solcher indie Bünde eindringen wollte. Als dann Thomas Klesi von Glarus,

m Man erwartete Priotea» damals zurück und schien eine Ahnungdessen zn haben, was der französische Hof thun wollte.

1617