224 Zusammenkunft der Häupter mit Oberst Schund.
>637. Sergent in der Compagnie Tscharner, Brüggern vorwarf, wie mancheWohlthat er vom Könige vou Frankreich erhalten hätte und wie übeler sie ihm jezt lohne, indem er sich gegen die Franzosen erkläre, gabihm Brügger einen Streich mit dem Stocke und würde dafür mit derHellebarde von ihm durchbohrt worden sein, wäre nicht sofort Haupt-mann Johann Casparis dazwischen gesprungen. Als die klebrigen mitBrügger sich dem St. Luziensteige zu wandten, flüchtete sich Klesi indie Schanze.
Die Häupter der drei Bünde, sowie Guler und Jenatsch hattenan diesem Tage früh Morgens mit Oberst Caspar Schmid Zwie-sprache gehalten, und von ihm auch Namens des Herzogs von Rohandie mündliche Zusage erhalten, daß die Eidgenossen von der Schanzeaus nichts Feindliches gegen sie unternehmen würden, wenn sie eben-falls sich friedlich verhielten. Das nämliche Versprechen leistete SchmidNachmittags schriftlich und zwar in einem Briefe an die Häupter,worauf gegen Abend die bündnerischen Regimenter eine Brücke überdie Lanquart schlugen und sämmtlich bis auf das Travers'sche gegenMaienfeld und den St. Luziensteig zu sich in Marsch sezten. NachdemBrügger sich zu entfernen aufgefordert worden war, zwang man seineMannschaft den Eid zu leisten es mit den klebrigen halten. Dochwurde am folgenden Tage Jacob Mur, ein Berner'scher Korporal ausJoh. Anton Buol's Leuten, der zu schwören sich weigerte, als Auf-rührer am Galgen erschossen.
Sonnabends kehrte der heimlich nach Mailand geschickte HauptmannJohann Corai mit der Meldung zurück, der Statthalter sei über alleMaßen zufrieden und könne es kaum glauben, daß die Bündner gegendie Franzosen aufgestanden seien. Corai wurde bald darauf wiederzurückgesandt mit dem Auftrag, Subvention an Geld und Munitionzu verlangen. Es kam darauf Don Nicol. Cid Veedor, Oberbefehls-haber der Truppen im Herzogthum Mailand nach Splügen und alsRohan abgezogen war, auch nach Cur, wo er sechs Tage lang sichaufhielt. Nach Splügen wurden zu ihm die Obersten Jenatsch, Rosen-roll und der Oberstlieutenant Enderlin geschickt und bald darauf lang-ten zwanzigtausend Gulden nebst zehn Saumlasten Schießpulver an.
Sonntags den 22. März rückten zwanzig Spanier an die Grenzevon Porta bei Archetto und feuerten auf Einige vom Regiment Salis,welche dort fischten, trafen aber Niemand. Beide Theile verließenden Ort.