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Der Herzog von Rohan
1637. Freitags Le» 27. März ging der Herzog mit Säurt-Simon nachCur, wohin auch das Regiment Jenatsch kam. Das Nämliche war
Mangel litt. gänzlich vertheidignngsunfäbig war und in einem feindseliggestimmten Lande lag. Alle Zugänge, woher er aus Hülfe hoffe» durfte,waren vollkommen abgesperrt. — eine kaiserliche Armee stand an derbündnerischen Grenze, gleich einzurücken bereit und die Franzosen. — weilgezwungen gegen die Spanier sich zu vertheidigen und ohne Führer. —vollkommen außer Stande, dem Fort. nunmehr die einzige Hoffnung desHerzogs, zu Hülfe zu eilen. Hiezu kam noch, daß die Benctiauer sichnicht mehr in die Sache einlassen wollten und die eidgenössischen Ortenicht blos indifferent sich zeigten, sondern zulezt sich dahin äußerten, diefranzösischen Waffen hätten sich zurückzuziehen, da solches ja der Willeder Bündner wäre. Von Frankreich her aber schimmerte auch nicht diegeringste Hoffnung auf Unlcrstüznng.
Im Fort länger sich zu ballen suchen, hieß den Kaiserlichen dasZeichen zum Einmarsch geben, welche im Verein mit den Bündner» dieSchanze ohne Mühe nehmen und von da in das Veltlin ziehen konnten,um dort die Truppen zu vernichten, welche der Hunger und die Pestnoch übrig gelassen hatten. In Wahrheit aber und dieß war vor Alleinaus wohl zu erwägen, brauchte Rohan darüber sich gar nicht z„ besinne»,was mit dem Fort zu geschehe» batte, denn die Eidgenossen standen inseinem Besiz und sie riethen, was so viel wie ei» Befehl war. dasselbeaus den angegebenen Gründen zu übergeben.
Anderseits schien es jedem Kriegsgebranch zu widerstreiten, wennman. ohne dazu vorn Könige bevollmächtigt zu sein. mit den Bündnernüber den Abzng der französischen Truppen an« ihrem Lande traclirte »uddock mußte ihr Abmarsch ohne Verzug stattfinden oder sie waren ohneRettung verloren.
Dieß waren die Erwägungen des Herzogs, nirgends sah er im An-fange einen Anvweg. allenthalben nur den Abgrund vor stick. Endlichjedock fand er das Mittel, daS ihm seine eigene Ehre, den arme» Truppenim Veltlin aber das Leben zu retten verhieß. Er schlug den Bündnernnämlich vor. die königlichen Truppen aus dem Veltiiu zurückzuziehen,ihnen dasselbe zu erstatten, wie auch alle durch die Franzosen daselbsterbauten Besten zu übergeben und zwar alles innert zwanzig Tagennach Abschluß eines darüber zu treffenden Einverständnisses. In derZwischenzeit sollte die Nheinscbanze, nachdem die Franzosen sie geräumthätten, in die Hände der Eidgenossen gelegt werden. Hier ist zu be-merken. daß die Franzosen i» der Schanze die Zahl von zwcibundertMann nicht überstiege» und daß dieselbe in die Hände der Eidgenossenlegen, nichts weiter hieß, als dasjenige thun, was bereirs geschehen war.Da aber die Bündner sich damit nicht begnügen wollren. so versprachder Herzog, um sie noch weiter zufrieden zu stellen, persönlich nach Cnrzurückzukehren und daselbst auch ferner zu verbleiben, gleichsam als Bürg-