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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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232
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232 Abzug der Franzosen aus der Nheinschanze.

1637. Sonnabends den 28. März zogen ungefähr achtzig Franzosen(mehr waren es nicht, obgleich ihre Zahl, die Troßknechte ungerechnet,zweihundert betragen sollte) aus der Rheinschanze in die Eidgenossen-schaft ab. Stuppa's Leute hatten meist vorher schon sich davon gemacht.Die Hut der Schanze wurde nunmehr dem Regiment Schmid über-geben, dessen Oberst noch über das jüngst geleistete Versprechen ineinem Schreiben von, 23. April den Bündnern die Zusage machte,er werde, da er mit Einwilligung Rohan's seines dem allerchristlichste»Könige geleisteten Eides quitt geworden sei, die Nheinschanze bis zum5. Mai Namens der Bündncr gegen Jedermann vertheidigen undseine Mannschaft mit der ihrigen vereinigen und zwar selbst in demFalle, wo er von seinen Obern Befehle anderer Art erhalten sollte.

Der Marechal de Camp, Lecqnes, der im Veltlin befehligte, warfinzwischen seine gesummte Mannschaft in die Beste zu Mantello, woer von Rogolc und dessen Hohe bis Mantello und dem sich hier er-hebenden Berge, mit Hülfe der Bauern eine Schanze zog. Das DorfPiantedo wurde niedergebrannt, damit der Feind dort nicht Fuß fassenkonnte. Zu erwähnen ist, daß bei den damals im Veltlin befindlichenacht Regimenter» der Oberst Lecqnes, und bei den zwölf Reiter-schwadronen der Baron Canillac und der Vicomte de Vignenl die ein-zigen Offiziere waren. Alle Uebrigen waren mit Rohan's Erlaubniß,Ende des lezten Herbstes, auf Urlaub nach Frankreich gegangen. Vonden Venetianern waren dem Heere Lebensmittel und Munition fürvierzehn Tage zugesagt worden.

Sonnabends den 28. März sandte der Herzog von Rohan denHauptmann Ulrich Albertini nebst einer Person aus seinem Gefolge,Namens Verigny, nach Cläven, wo der Oberst v. Salis seines Eidesgegen den König von Frankreich entbunden wurde. Verigny wiesdann dem Marechal de Camp Lecqnes das mit den Bündnern ge-troffene Einverständnis' vor, doch wollte derselbe zuerst die speziellenköniglichen Aufträge abwarten. Aus diesem Grunde ging la Blaquierein des Herzogs Namen zum Könige ab. Die Ordre des Lezterenwurde da»» am 16. April durch Hauptmann Villeneuve überbracht.Als aber Lecqnes ihrer ungeachtet noch Schwierigkeiten machte unddem Herzog von Rohan durch Verigny sagen ließ, die Venetianer

65 Nämlicl, von der Nheinschanze aus keine Feindseligkeiten gegen dieBnndner zu begehen. Siebe S. 222.