Lecques macht Schwierigkeiten das Veltlin zu verlassen. 233
würden auf seine (Lecques) persönliche Garantie Proviant liefern 1637und der Ritter Ballett« mit einer Anzahl französischer Mannschaftan der Grenze erscheinen und daß Rohan selbst entweder in dasBeltlin kommen möchte, (um, wie der Herzog selbst geschrieben hatte,
Raub und Plünderung zu verhindern) wo er ihm dann mit zwei-tausend Mann zu Fuß und vierhundert Reitern bis Cläven entgegen-ziehen wolle, oder aber, daß derselbe wenigstens durch Abreise in dieEidgenossenschaft der tyrannischen Haft der Bündner sich entziehenmöchte, — verwarf Rohan beides und sandte den Commandanten derRheinschanze, Jsaac de Saint-Simon, am 8. April zn Lecques, umihn zum Gehorsam aufzufordern. Lecques schickte darauf seinen BruderGallien, Oberstwachtmeister und Claude Bourgvignon nach Cur; ihnenwurde der königliche Befehl, den ein Bediensteter des Herzogs, NamensJsaac brachte, vorgewiesen und so unterzog sich jener endlich.
Albertini begab sich Montags, den 30. März, zn Graf JohannSerbelloni in die drei Pleven, um ihn zn bewegen, von weitem Feind-seligkeiten abzustehen. Dann ging er mit dem Tractat selbst bisMailand znm Marquese de Leganez. Nichtsdestoweniger griffen dieSpanier einige Tage darauf einen einzelnen Reiter von der SchwadronLa Mothe Canillacs, der auf Veltliner Gebiet Schildwache stand, mitGewehrfeuer an und verwundeten ihn am Arm und in der Hüfte.
In der Nacht auf den Dienstag, den 31. März, kamen auf siebenSchiffen hundert Auserlesene des Regiments Thomas Leo Scotti, daszu Sorico lag, über den See zum Sasso Corberio, wo sie die Brückeanzündeten. Doch wurde gleich daraus von dem Chevalier SamtVictor, der zu Riva di Mezzola commandirte, ein Sergent aus demRegiment Bandy mit zehn Franzosen dahin geschickt, der die Deutschenzum Weichen brachte, einen tödcte und einen zweiten gefangen nahm.
Viele Waffenstücke wurden erbeuret. Der Hauptmann Albertini wollteauf dem Rückwege auch den Marcchal Le Camp, Lecques selbst auf-suchen und hatte unter einem andern Namen auch den Grafen Fer-nando Bolognino bei sich, den ihm Serbelloni als ausgezeichnetenArchitecten empfohlen hatte, — aber man ließ Beide in die Schanzezu Mantello gar nicht ein.
Inzwischen tagten die Eidgenossen am 30. März zu Baden. Diebündnerischen Boten Hauptmann Georg Wiezel (dieser wurde vorhernach Zürich gesandt, um Erkundigungen einznzieben) Joh. GaudenzSchmid und Rudolf v. Salis, legten den ganzen Verlauf der Sache
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