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Relation des Herzogs von Rohan.
1637. nicht mehr bedürftig, sich gegen dieselben auch nicht mehr so freigebigzu zeigen gesonnen sein mochten.
Angesichts all dieser Gründe entschloß ich mich zu einem Ausweg,der nicht nur plausibler, sondern auch sicherer als jeder andere warund statt die Rheinschanze den Bündnern zu übergeben, worum siemich ohne Unterlaß drängten, gab ich meine Zustimmung, daß sie indie Hand der Eidgenossen gelegt wurde, welche bereits Herren derselbenwaren und zwar bis zu dem Tage an welchem sämmtliche französischeTruppen abgezogen sein wurden, wozu ich mir eiue Frist nahm. In-zwischen gewann ich dadurch Zeit Ihre Majestät von Allem in Kennt-niß zu sezen, damit doch nichts ohne Ihre Einwilligung stattfände.Dieß war übrigens Alles, was ich in meiner bedrängten Lage thunkonnte. Was nun die Bunduer anlangt, so haben sie es lediglich demKönige zu danken, wenn sie bei ihrem neuen Tractate sich wohl be-finden, wie sie, im Falle sie unzufrieden sein sollten, ebenfalls nur sichselbst die Schuld davon beiinessen müssen."
In Frankreich wurde hiu und wieder eine Handschrift gesehen, welchevon Lecques oder dessen Bruder Gallien herrübrte und in welcher demHerzog von Rohan der Vorwurf der Oberflächlichkeit, Leichtgläubigkeitund leerer Furcht gemacht wird. Wie oben bereits erzählt wurde, hätteLecques sich geweigert, den erhaltenen Befehlen zu gehorchen und denHerzog öfters ermähnt, noch vor dem offenen Abfall der bündnerischenTruppen sich in das Beltlin zu begeben, was aber von ihm unterlassenworden sei. Mehr noch, als er, Lecques, nach Cur gekommen, habeer die Thore durch Petarden ^ sprengen wollen. Sein Regiment seizu Trumms gestanden, dasjenige Montauziers zu Ragaz, das RegimentSerres zu Ems, zu Cur aber, wo die Bürger günstig gesinnt, hättenhundertundfünszig französische Edelleute und Offiziere sich befundenund es würde ein Leichtes gewesen sein, durch dieselben auf ein durchdie Glocke zu gebendes Zeichen die Häupter der Schilderhebung ausdem Wege zu räumen. ^2 Doch habe der Herzog diesen Vorschlag aus
s» Soweit das stanz Orig. und die Sprecher'sche Ueberseznng desselben.
bl Oppiclum ceopitaculo npsrire voluisse. Original.
82 Bei Lebmann findet sich S. 727 eine Notiz, welche der Bearbeitervergeblich anderswo suchte. Ais Lecques mit Rohan von den bnnd-nerischen Offizieren sich verabschiedete, und in der Reihe an Oberst GeorgJenatsch kam, soll er eine Pistole gezogen und mit den Worten: ,,6'estninsi, gn'o» prenll <t,„> lrnitre", auf ihn abgedrückt haben. Sie
versagte jedoch, und Jenatsch's Todesstunde sollte erst »och kommen.