Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
248
JPEG-Download
 

248

Des Herzogs von Rohan

1637. Sprache, deren er sich im Zwiegespräche mit mir meist zu bediene»pflegte. In gleicher Sprache schrieb ich seine Mittheilungen gedrängtnieder und sandte eine Abschrift davon dem Gottesgelehrten, HerrnFriedrich Spanheim, der dieselbe der Schwester des Herzogs, Anna

nämlich die Anzeige eingetroffen, daß zwischen den Bündnern und demHause Oesterreich ganz sicher ein Vertrag zu Stande gekommen sei, ja.man hielt es sogar für sehr wahrscheinlich, daß Hanvtmann Schonet,,einer der Hanptleiter der ganzen Sache, verkleidet »ach Mailand sichbegeben habe, wo man ibm in Allem und Jeden zu Willen war.

Da dem Herrn de Lecques diese Nachrichten von zuverläßiger Seitezukamen, theilte er sie dem Herzog von Nohan mit und fügte bei, wenner ihm die Ehr- anthun wolle, seinem Rathe zu folge», so werde erseinen Aufenthaltsort von Cnr in das Veltlin oder wenigstevs nachClären verlege», wo er ebenfalls den Bundstag zusammeubernfen lassenkönne und doch eine größere Sicherheit seiner Person finde. Gleich-zeitig werde er dadurch dem Wille» des Königs mehr Nachdruck undGewicht, der ganzen Sache mehr Würde verleihen. Der Armee so naheund an einem Orte zu sei», dessen Castell unter seinem Befehle stehe,werde den Bündnern Stoff zum Nachdenken geben, könnte sie vielleichtvon dem Verrath zurückbringen, über den sie brüteten und in jedemFalle ihre Pläne durchkreuzen.

Der Unterwürfigkeit und den Versicherungen, welche ihn, die Offiziereder aufwieglerischen Truppe» gaben, wenn er nämlich das neulich ausFrankreich angelangte Geld an den Sold gebe, würden sie dafür sorgen,daß Alles wieder im Alten bliebe, — trauend, verachtete der Herzogdiese Rathschläge und wurde darüber sogar empfindlich, daß man ihnfür denjenigen hielte, der sich Leu Speck durch den Mund ziehen ließe(>>»«» >o croit boinme ü so Inisser passer !n plume par lo bec) auchbezahlte er den Offiziere» die Fr. 130,006, als Zeugniß des Vertrauens,das er in ihre Worte seze.

Während dieses Spiel zu Anfang des Monats Februar 1637 zuCnr aufgeführt wurde, schloß der Herzog von Parma einen Vertrag mitden Spanier», welche beim Abzug aus seinem Gebiet proclamirten, siekäme» nach dem Veltlin, um im Verein mit den Bündnern, welche mitihnen einverstanden wären, die Franzosen hinauszuwerfen. Der Herrde Lecques empfing von allen Seiten Bericht, daß die sämmtlicheTrnppenmacht des Hcrzogthums Mailand sich auf ihn werfen werbe, unddann noch besonders von sehr zuverläßiger Stelle aus, es sei nicht mehrdaran z» zweifeln, Laß die Bündner mit dem Hanse Oesterreich sich ver-ständigt hätten und der Herzog von Noban ganz sicher verrathe» sei.Von allem diesen gab er Lezterem Nachricht und ersuchte ihn dringend,in die Nähe der Armee zu komme», — verdoppelte inzwischen aber seineSorge und fuhr auch ferner fort, worauf er schon seit langer Zeit Be-