Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
249
JPEG-Download
 

Lebensereignisse.

249

von Nohan, mittheilte und mir gegenüber in seinem Schreiben lobend >637.kervorhob, auch der Veröffentlichung würdig erachtete. Des HerzogSTochter, Marguerite und der Secretar Prioleau erhielten gleichfallsAbschriften meiner Arbeit.

backt genommen, die Besten zu Riva und Mantello z» verprovianiirc»und sie an den bedürftigsten Stellen auszubessern. Auch liest er am Fort«vn Mantello, auf der Seite gegen die Beste Fuentcs hin, ein Vorwerkin Gestatt eines halben Mondes (ckoiri, lune) auswerfen und ebenso eineSchanze (trsiioböe) mitten durck die Thalsckait von Nogole und einerStelle oberhalb desselben im Gebirge bis znm Fort von Mantello, zumSchuze der Armee; verdoppelte die Besaznng, ließ Alles zurichten undbefahl den Offizieren der Kavallerie das Heu anS ihren Quartieren nachTrahona zn bringen, um für die Zeit, wo das Heer dort sich sammelnwürde, Magazine anzulegen. Herr de Lecques suchte auch die Venetiauerfür die Sache zu gewinnen und ersuchte sie um Lieferung von Lebens-Mitteln für die Armee, wogegen er ihnen Gutscheine auf seine eigenePerson übersandte.

Da inzwischen anderseits die bündueriscken Depntirten von Innsbruckheimgekehrt waren, liest der Herzog von Nohau, ohne auf alle dieseWarnungen Rücksicht zn nehme», einen Bcitag abhalten, auf welchemer ein Eiuverständnisi mit den Büntncrn traf. Darauf benachrichtigteer den Herrn de Lccgues, er sei gegenwärtig der Bündner sicher undüberzeugt, daß die Spanier keinen Angriff auf ihn beabsichtigten, demer nicht mit zweitausend Man» und mehr, wenn es nöthig wäre, be-gegnen könnte. Darauf hin beruhigte sich Jeder; aber die Spaniernäherten sich längs des ComerieeS und die Bündner nahmen wenigeTage daraus die vorgehaltene Maske gänzlich ab, ergriffen die Waffennn" ließen zwölf bis fünfzehnhundert Mann auf Kur maischiren, umsich der Person des Herzogs von Nohau z» versickern und dann derrranzösischen Schanze zu bemächtigen, von der sie wußten, wie schwachihre Besaznng war.

Als der Herzog von Nohau a» diesem Tage zufällig von der Rhein-schanze zurückkehrte, begegnete er einem seiner Bediensteten, welcher ihmmeldete, die Bündner stünden in Waffen, hätten ihn in seiner Wohnunggesucht und nnmnekr schon Cnr verlassen, auf dem direcien Wege znrNheinschanze begriffe». Dieß bewog den Herzog verhängten Zügels zurück-zuspringen, sich in die Schanze zu werfen und das Regiment Schmiddorthin komme» zn lassen, das aus acht bis neunhundert Mann bestandund den St. Luzieusteig hütete.

Die Bündner rückten bis Malans vor, das eine halbe Stunde vonder gedachte» Nheinschanze entfernt liegt, sandten eine Abtheilung derIhrige» znr Besezung der Nheinbrücke und drohten mit einem vonKanonen »nd allein Nöthigen begleiteten kaiserlichen Heere, das vonder Seite des Tirols her zu ihrer llutersiüzung zu kommen habe.