Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
250
JPEG-Download
 

250

Abreise des HerzogS von

ll7. I» der Minute des Scheidend selbst, winkte mir der Herzog insein Schlafzimmer, wo der Seeretär lc, Barre sich befand, umarmtemich thränenden Auges und bat mich um meine aufrichtige Freund-

So verflogen einige Tage, während welcher die Bewohner der vierDörfer, sowie die Prättigauer dem Herzog vo» Rokan sagen ließe», sie seienz» seinen Belebten bereit und ergriffen gerne die Waffen gegen diese Auf-wiegler, deren Vorgehen sie in keiner Weise billigten. Der Herzog sagteihnen leine» Dank, fand es aber doch nicht für angemessen, gegen dieganze Bewegung etwas zu thut,. Aber einige Tage später, eS war der26, März, ließ er die Boten der Bünde kommen und schloß mit ihneneine» förmliche» Vertrag, in dem er sich verpflichtete, den Bnndnern dasVeltlin und die beiden Grafschaften mit den dort erbauten Besten zuerstatten, die französischen Truppen aus diesem Gebiete zu zielten undbis zum ö. Mai mit denselben auch die Bunde gänzlich zu verlassen,au welchem Tage er ihnen die Rheinschanzc ebenfalls übergeben würde.Alles dieses versprach er pünktlich auszuführen, selbst für den Fall, woihm Seitens des Hofes ein Befebl in anderem Sinne ertheilt werdensollte, — auch versprach er während der ganzen Zwischenzeit mit demHerrn de Saint-Simon und seinem ganze» Gefolge in der Stadt Curzu verweilen,

Am 28, März sandte der Herzog seinen Ingenieur Verigup z» Herrnde Lecanes in das Veltlin mit einem Schreiben folgende» Inhalts: „Ichsende Ihnen Verignp, um Ihnen zur Kenntniß zu bringen, daß ich mitden Häuptern der Bünde »tick dahin verständigt habe, ihnen das Veltlinund die Heiden Grafschaften, sammt den dort ausgeführten festen Werkenzurückzugeben und innert einer mit ibnen festgesezten Zeit die königlichenTruppen außer Landes z» führen. In Folge dessen sandte ich Herrnde la Blacaniere an den Hof, um das benöthigle Geld zum Marschez» verlangen und mir die Etappen bezeichnen (llresser) zu tasten, wovonich Ihnen seiner Zeit Bericht geben werde. Ich habe auch versprochen,gegen die Spatster keine Feindseligkeiten zu üben. Die Bündner sendena» diese den Herrn Albertini ab, versehen mit eitlem Reisepässe von mir,damit er sicher ziehen könne. Er hat den Auftrag, die Spanier zu er-suchen, vvm Colliersee sich zurückzuziehen und ick bitte Sie. denselbensowohl aus dem Hin- als auf dem Herwege freien Durcbpaß zu ge-statten. Ich schreibe hierüber auch an den Oberst v, SatiS, Inzwischenbeschwöre ich Sie, jeder Unordnung in den Quartieren nach Kräiten zusienern, vor Allen aus Brand und Plünderung zu verhindern, denn esbandelt sich um unsere Reputation, Der gedachte Verigny wird Ihnende» ganzen Hergang mündlich mittheile». Ich übersende Ihnen die ge-wöhnst:! en Briefe von Paris, — das ist Alles."

Der Herzog de LecgueS bemerkte Verigny: er könne sich nicht vor-stellen, daß der Herzog von Rohan freien Willens gewesen sei, als er