Dasselbe wird auf die Gemeinde» gebracht. 263
jezt ihre Erledigung, indem man über die Besazungen sich verständigte 163und der nichtbündnerischen Syndicatoren gar keine Erwähnung ge-schah. Was die Religion anlangte, blieben die Spanier dabei, siewollten den Bündnern, ihrer Zusage in Innsbruck gemäß, wenn sienach Spanien kämen, entsprechen.
Jenatsch behauptete später, er habe öffentlich im bündnerischenRathe erklärt, es sei keine Hoffnung für die Uebung der protestan-tischen Religion und das nämliche habe auch Don Federigo Henriquezin einem Briefe deutlich genug zu verstehen gegeben.
Am 18. Juli kehrten die Boten von Mailand zurück und brachtenein sehr freundschaftliches Schreiben des Marquese Leganez vom 5.
Juli an den bünderischen Rath mit. Er berief sich darin auf das-jenige, was die Boten mittheilen würden und versprach jede Beibülfevon seiner Seite, zur Erlangung der Ratifikation durch den König.
Auch hatte er alle Gesandte mit goldenen Ketten beschenkt.
Am 23. Juli versammelten sich zu Cur die bündnerischen Häuptersammt einigen Mitgliedern des Rathes und schrieben dasjenige aufdie Gemeinden aus, was die Boten bezüglich der Veltliner Artikeltransigirt hatten. Sie fügten bei, daß das mit dem König vonSpanien abgeschlossene Bündniß beinahe die nämlichen Artikel ent-halte, wie dasjenige mit den sechs katholischen Orten der Eidgenossen-schaft. Handel und Verkehr sei auch für die Protestanten frei. Dock'unterscheide sich das jezige Bündniß darin von dem früheren, daß esauf ewige Zeiten zu dauern habe, weil auch der Befiz des Veltlins fürimmer garantirt sei. In Ansehung des Durchpasses, der bei den Eid-genossen auf dreihundert Mann zu Fuß und hundert Reitern, jcdocbunbewaffnet, sich erstrecke, sei bei uns wegen der Bequemlichkeit derHerbergen insofern eine Verminderung eingetreten, als an einem Tagehundertfünfzig Bewaffnete zu Fuß und siebenzig Reiter durchmarschirenkönnten. Der König von Spanien wolle überdieß noch in diesemMonat August tausend Mann in den Bünden unterhalten und dieklebrigen in das Herzogthum Mailand führen, von wo sie an jedemTage und zu jeder Stunde zu Diensten der Bünde stünden. Jezthandle es sich vorzüglich darum, Gesandte nach Spanien zu senden.
Auf den 4. August wurde dann ein Beitag angesezt und währenddes 7. und 8. desselben Monats abgehalten. Auf demselben verlasman ein Schreiben von Zürich, das für den Fall, wo der Beitaglänger dauern sollte, Boten senden zu wollen, vorhatte.