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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Oberst Georg Zenatsch läßt zu Clären

1638. Tarasper es entschiede» verweigerten, dem Civil- und Criminalstabdes Unterengadins, dem sie vor dem Jahre 1620 stets angebortbatten, sich zu unterwerfen, konnte bezüglich der politischen Anständenichts geschehen »nd man nahm die Sache ad referendum.

Den 11. Juli trat man über den Anstand bezüglich der Religions-übung im Samnaunerthal ein und entschied, daß, so lange die Mehr-heit katholisch wäre, sie auch im Besize der Kirche und kirchlichen Ein-künfte verbleiben sollte. Die Protestanten könnten ihren Gottesdienstrn ihren Häusern oder auf dem Felde halten, doch müßten sie diekatholischen Feiertage mitfeiern.

Für die übrigen Dörfer des Unterengadins wurde festgesezt, daßdie Katholiken zur Unterhaltung der evangelische» Prediger nichts bei-zutragen hätten und ebenso für den Fall, wo wegen Dispensations-verzögerung ihre Heirathen nicht innert der vorgeschriebenen Frist vorsich gingen, sie nicht gestraft werden dürften. Auch wurden einige beiEhen zwischen Katholiken und Evangelischen zu beobachtende Artikelfestgesezt. Uebrigens sollte wie überall anderwärts in den Bünden dieMehrheit entscheiden und wie es in einem geordneten Gemeinwesenzu geschehen habe, die obrigkeitlichen Personen ohne Unterschied derReligion je aus den Würdigsten gewählt werden.

Als im Monat Juli sowohl über den St. Luziensteig als dasEngadin Kriegsvolk i» mehreren Abtheilungen durch die Bünde indas Herzogthum Mailand zog und die Bevölkerung zu murren begann,meldeten sowohl die Erzherzogin Claudia als Don Henriquez, es seidieses lediglich Las Regiment des Barons Giovanni Giorgio Sebacchiound zur Vertheidigung der dem König von Spanien abgetretenenGrafschaft Tirol bestimmt; übrigens werde das Regiment ohne diegeringste Schädigung durchmarschiren. So zogen denn allmähligfünfzehnhundert Man» durch die Bünde.

Montags den 26. Juli wurde zu CIäve» ein schmähliches Ver-brechen begangen. Dort lebte Joh. Peter Stampa, ein edler Bürger,den Bündnern sehr ergeben und vor Allen dem Obersten Ulysses vonSalis " zugethan, mit dem er auch in brieflichem Verkehr gestandenhaben soll. Aus Eifersucht gegen Salis und weil man sagte, Stampahätte einmal geäußert, derselbe übe bessere Mannszucht, verfolgte ihnJenatsch, obschon Freundschaft heuchelnd (so Pflegte er Wein in seiner

Wie später erbebt, befand lieb derselbe damals in Frankreich.