Erfolge deS Herzog- Bernhard von Sachsen-Weimar. 279
das büiidnerische Interesse sowie die Rückerstattung des Veltlins mit IV38.höchstem Eifer betriebe. Später erfuhr man Lurch die bündnerische»Gesandten, welche, in Spanien gewesen, daß der Jesuitenpater Paganovon der Erzherzogin allerdings dahin geschickt worden war, aber gleichvon Anfang an dahin unterhandelt hatte, daß Seitens der Bündnerim Tausche gegen die vier Waldstädte Rheinfelden, Säckingen, Laufen-bürg und Waldshut das Veltlin und die beiden Grafschaften der Erz-herzogin abgetreten würden. Auf diese Weise glaubten die Oester-reicher, es könne die Eidgenossenschaft dazu gebracht werden, zur Ver-theidigung bündnerischen Eigenthums sich in den Krieg einzumischen.
Die Gemüther der bündnerischen, spanisch gesinnten Machthaberfanden sich durch die glücklichen Erfolge, die der Herzog von Sachsen-Weimar errang, um so mehr beunruhigt, als, wenn auch schweigend,der größere Theil der Bevölkerung dieselben dennoch freudig zu be-grüße» schien. Um daher sich selbst und ihren Unterhandlungen festerenFuß zu verschaffen, sandten sie Eingangs des Monats November denHanptmann Joh. Schorsch von Splügen nach Mailand. Angeblichsollte er Herrn Franeisco de Mello beglückwünschen und um die Zah-lung des Soldes' einkommen, — in Wirklichkeit aber die im Herzog-thum Mailand dienenden Bündner Compagnien zurückführen. AlsLiese Sache bei dem Marquese Leganez und de Mello auf Schwierig-keiten stieß, indem jener einwendete, der Herzog von Weimar habedie Bünde gar nicht im Auge und wenn Jemand etwas gegen die-selbe» im Schilde führe, würde er (Leganez) sie persönlich vertheidigen,reiste» Jenatsch selbst und Rosenroll nach und es erreichten dieselbenauch ihren Zweck. Unmöglich, sagten sie, sei es, das Volk sonst vonAufruhr abzuhalten und da der Graf Anton Biglia (er war geradevon Lausenburg, wo er den General Görz verhaften ließ, nach Mai-land gekommen) beistimmte, ging die Sache durch.
So kehrten dann Eingangs des Monats Januar 1639 ür dieBünde zurück das Regiment Travers, welches aus sechs Compagnienbestand, ferner die Compagnien Florin, Molina, Jenatsch und Bnol,im Ganzen neunhundert Mann. Im Herzogthum Mailand bliebe»nur zweihundert Mann unter Peter Rosenroll.
Jenatsch und die Uebrigen zu Eläven hatten die Winterquartiereder Art bestimmt, daß das Regiment Travers in der Stadt Cur ver-bleiben sollte, denn Jenatsch's Familie wohnte daselbst und er wolltezu größerer Sicherheit der Seinige» wie auch der eigenen Person, der