280 Theilw. Rückkehr der bündn. Truppen aus d. Herzogth. Mailand.
1639. Stadt sich vergewissern. Der Stadtrath aber widersezte sich unddrang auch aus dem Beitage durch, daß die Truppen in die benach-barten Ortschaften, nämlich den vier Dörfern und der HerrschaftMaienfeld vertheilt wurden.
Ebenfalls Anfangs Januar sollte der Oberst Rosenroll aus demCastelle zu Sondrio ungefähr achtzig Mann i» die Bünde führen nndals er erfuhr, daß im Dorfe Fusine fünf Bergamasker Bandirte sichaufhielten, sandte er vierzig Mann dahin, welche einen davon gefan-gen nahmen nnd dem Landshauptmann zu Sondrio zur Bestrafungzuschickten. Zu Gordona, in der Grafschaft Clären angelangt, er-hielten sie Seitens der Häupter den Befehl nach Sondrio zurück-zukehren, besezten auf dem Wege dahin zu Morbegno das Amthaus,hießen den dortigen Podest» Giov. Maria Paravicini, der die Ban-dirten begünstigte, dasselbe verlassen und »ahmen die Schlüssel mitsich nach Sondrio. Dieses gab den Veltlinern Anlaß über Neuerungenund Gewaltschritte bei dem Marqnese Leganez Klage zu führen, woraufdann zulezt der Podest» von Morbegno wieder dahin zurückkehrte.
Vielen seiner Vertrauten gegenüber äußerte Jenatsch, jezt nachRückkehr der bündnerischen Truppen aus dem Hcrzogthum Mailandsei der rechte Augenblick gekommen, um ohne dem Bündnisse mitSpanien zu nahe zu treten, in den Besiz des Vcltlins sich zu sezen.Auch würde jenes aus diesem Grunde noch keine» Krieg beginnen,nachdem die bündnerischen Gesandten so lange in Spanien hingehaltenworden seien. Die spanischen Agenten verlangten zwar, daß vor derenRückkehr, die Dinge durchaus so belassen werden sollten, wie sie stan-den, aber ebenso sicher ist es, daß Jenatsch sowohl seine PersönlichenFeinde als eine Volksbewegung fürchtete und durch die Besizergreifungdes Veltlins die Volksgunst sich zu erwerben glaubte.
Montags den 3. Januar, nach altem Kalender der 24. December,und Weinachtsvorabend entstand zwischen 1k und 12 Uhr Mittags einplözlicher Wirbelwind aus Osten, welcher den hölzernen Glockenthurmzu St. Luzius, oberhalb der Stadt Cur zusammenriß und sowohl dasFähnchen auf der Spitze des Ttadtburmes zu St. Martin als zweiandere auf dem Rathhause umdrehte nnd auf das Pflaster warf. Dochdauerte der Sturm nur eine Viertelstunde. Diese Vorzeichen sollenJenatsch, welcher am nämlichen Abende von Cläven her in Cur an-langte, mit Furcht und Schrecken erfüllt haben, 'ö
^ Cr soll seine» Lod geahnt haben, — melde» übereinstimmend Ver--