Oberst Georg Jenatsch.
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Jenatsch's Großvater und Vater waren evangelische Prediger ge- 163Swesen und hatten ihm nur geringe Glücksgüter hinterlassen. SeineStudien hatte er in Zürich, wo der Rath einen Theil seines Unter-haltes bestritt und zu Basel, wo er Hofmeister der Söhne des Ober-sten Bapt. v. Salis war, getrieben; kehrte zulezt wohl bewandert imLateinischen, Griechischen und den freien Künsten zurück und da er derGottesgelahrtheit sich gewidmet hatte stand er, wegen seines treff-lichen Gedächtnisses und kühnen Geistes von Vielen bewundert, wäh»reud dreier Jahre seinem Berufe als Prediger in den Bünden unddem Veltlin vor. Von seinen Thaten hat die Geschichte viele aufbe-wahrt. In der Pfalz hatte er unter dem Grafen von Mannsfeld ge-dient und dabei mehrfache Todtschläge (man zählte ihrer acht) begangen.
Drei jedoch, diejenigen des Pompejus Planta, Joseph's von Capaulund des Obersten Jacob Ruinelli, zogen ihm den tiefsten Haß dererKinder und Verwandten zu. In Venedig saß er fünf Monate im
»m, zn sehen, ob er reckt todt sei. Als er solches gesehen, hat er nichtsandres genommen, dann sein Hut, darum eine blaue Feder »nd seinenDegen mit Bbenk. mit welchem er den Herrn Obrist Nninell erstochen,zu einem Wahrzeichen. Dieser blutige ActuS ist in solcher geschwinde«nd Furia zngangen, daß es nicht zn beschreiben. Ob dieser obnver-doffien That sind die andern zwei Obristen perplex worden, und gefragt,wessen sie sich zu versehen haben, — es wurde ihnen bedeutet, sie hättennichts zu fürchten, wenn sie sich Jenatsch's nicht annähmen."
„Jenatsch's Leiche lag eine halbe Stunde im Bluie da, bevor mansie forttrug; der Magistrat, schnell versammelt, ließ die Briefe abholen,die sich in seinen Taschen vorfanden; sonst wurde dem Todten nichtsgenommen. Die Stadt blieb ruhig. In der Nacht noch wurde demBischof zu Cnr die Sache angezeigt. Derselbe „hat des JenalschenHumor wohl gekeimt »nd solches nicht glauben wollen, sondern lachendgesagt. Jenatsch sich so leicht nicht umbringen lassen werde." BeimLeichenbegängnisse fehlten die beiden Obersten, welche bei der Ermor-dung zugegen gewesen waren. — Der predigende Kapuziner verglichJcnaisch mit den streitbaren Makkabäern. Die Kapuziner in Feidkirchsollen seinen Leichnam verlangt habe», nm ihn neben den des späterseliggesprochenen, beim Prättigauer Aufstand den Märtyrertod gestorbenen.Pater Fidelis zn legen."
„Als die Nachricht dieser That nach Venedig kam. soll die RepublikJenatsch's „adelichen Sitz alldorten, von dreizehnhundert spanischenDublen" z» ihren Handen genommen haben."
rl Er wurde den 23. Juni 1617 in die Synode aufgenommen underhielt die Pfarrei z» ScharauS.