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Oberst Georg Jenatsch.
1629. Gefängniß, beschuldigt im Jahre 1630, wo er daselbst diente, mitdem kaiserlichen Residenten ein heimliches Verständniß (was auchwirklich der Fall war) unterhalten zu haben. Durch Dazwrschenkunftdes Marschalls d'Estree jedoch wurde er wieder auf freien Fuß gesezt.
Im Jahre 1635 bekannte er sich öffentlich zur römisch-katholischenKirche stand in hohen Ehren bei den französischen Agenten undAnfangs heimlich, später aber auch öffentlich, nicht weniger bei denSpaniern und Oesterreichern. Er war schnell entschlossen, erfinderischenGeistes und stand in kühner Ausführung Keinem nach. Beredt und inder Verstellung Meister, machte er, während bei der Anstheilung derJahrgelder beider Monarchen, die Summen durch seine Hand gingen.Viele selbst gegen ihren Willen sich zeitweise zu Freunden. Sein Alterwar dreinndoierzig Jahre, sein Körper noch kräftig, obgleich er einschwelgerisches, an Muthwilleu reiches und selbst mit Ehebruch be-flecktes Leben geführt hatte. In sein.n Privatgeschäften und der Ver-waltung seines Vermögens, das er emsig mehrte, zeigte er eine selteneGeschicklichkeit und erwies sich als äußerst pnnklicher Zahler. Zuleztwollte er gleichsam als oberster General der Bündner^, Director derspanischen Bündnisses und unumschränkter Gouverneur der GrafschaftCläven angesehen werden und behielt auch leztere Stelle unter Bei-stand der Spanier bis zur lezten Stunde seines Lebens.
Zur Besorgung der spanischen Angelegenheiten war der GrafFrancesco Casati am 15. Januar vorher nach Bünden gekommen.
Sofort nach Jenatsch's Ermordung wurde der OberstlieutenantJob. Tscharner nach Cläven gesandt, um den dortigen Besaznngs-trnppen Namens der Bündner den Eid der Treue abzunehmen. Der-selbe wurde unverweilt geleistet und auch die Console's der Stadt undder Gemeinden trugen ihre besten Dienste an.
Als Hanptmann Carl v. Salis eine Compagnie für das eid-genössisch-bündnerische Regiment der Leibwache in Frankreich warb,erließ der bündnerische Rath unierm 15. Februar ein Decret, lautwelchem kein Bündner in einen fremden Dienst außer Landes geführtwerden dürfe. Auch sollten bei schwerster Strafe die Soldaten ihre
22 Seine Söhne ließ er als Protestanten erziehen, woraus wohlhervorgehen mag, daß seine Conversivn bei ibi» weniger Sache derUeberzeugung war, als vielmehr nur das Mittel ehrgeizige Zwecke zuerreichen.
22 tieiivralis litUvrum vicleri volobut. Original.