Spanisches Gesuch um Truppenwerbung. 285
Fahnen nicht verlassen. Nichtsdestoweniger aber zog Carl v. Salis tsun.mit seiner Compagnie nach Frankreich ab.
In der Nacht auf den Donnerstag des 2. Februars lies sich zuSplügen im Rkeiuwald zwischen 2 und 3 Uhr Morgens ein Erdbebenverspüren, welches alle Gebäude, wenn auch nur leicht, erschütterte.
Freitags den 4. März langte Benjamin Prioleau, einst Secretärim französischen Heere unter dem Herzog von Rohan, in den Bündenan. Er gab seine Absicht kund, Privatangelegenheiten halber nachVenedig reisen zu wollen, blieb aber unter dem Verwand, daß derWeg durch das Veltlin nicht allzu sicher wäre, bis zum folgendenDienstag in Cur. In der Vermuthung, daß er etwas zu Gunsten derFranzosen anspinne, gab Graf Casati eine Klage bei dem bündnerischenRathe ei», erhielt aber gemeinsam mit Graf Anton Biglia, der am28. März nach Cur kam, den Bescbeid, über Prioleau's Handlungenliege gar nichts Bestimmtes vor, doch habe man ihn immerhin gebetenabzureisen. Jedenfalls aber sei es sicher, daß wenn die Spanier ihrenVersprechungen nachkämen, Prioleau und Andern der Weg zu Intri-guen verschlossen bleiben würde.
Diese beiden Grafen, Casati und Biglia, stellten Donnerstags, amlezten Tage März das Ansuchen, man möchte ihnen in Gemäßheit desBündnisses erlauben, tausend Mann unter einem Obersten, in denBünden anzuwerben. Dieß wurde ihnen unter der Bedingung ge-stattet, daß das Fußvolk bevor die versprochene Restitution statt-gefunden hätte, die Bünde nicht zu verlassen brauche. Biglia warübrigens deßhalb gekommen, um das bünduerische Volk, das im MonatJanuar aus dem Herzogthum Mailand heimgekehrt war, wieder zurück-zuführen und dieses um so mehr als ja die Furcht vor einem Einfallwieder nachgelassen hätte. Da auf dem Beitage ferner von einer wet-tern Aushebung von dreitausend Mann die Rede war, fürchteten dieSpanier, es möchten die Bündner mit dieser und der früheren Mann-schaft sich in den Besitz des Veltlins sezen wollen. Doch auch hierüberwurde es wiederum stille, und eben hatte man beschlossen, vorerst dieGesandten zu erwarten, als Briefe derselben mit dem Datum des21. Januar aus Spanien anlangten, sammt der Abschrift eines könig-liche» Schreibens vom 17. Januar, worin die Gesandten entlassenund ihnen heimzukehren erlaubt wurde Hierüber später. Immerhinwollten jedoch die Truppen vor Ankunft der Boten nicht wieder indas Herzogtbum ziehen.