310 Corresp. mit der Generalität des sächsisch-weimarschen Heeres.
I6N9. Generalität des Weimar'schen Heeres an sie gelangt; sie hatten dessenInhalt sorgsam erdauert und da ihnen, den Eidgenossen, die gleichseit Beginn des schwedischen Kriegs angenommene Neutralität sehrwohl bekommen sei, warnten sie, an der Bewaffnung und Bewachungder Schanzen irgend welche Aenderungen vorzunehmen. Sie befürch-teten nämlich, daß Guler, wie das Gerücht ging, wirklich aus derRheinschanze entfernt würde. Leztlich fügten sie hinzu, es sei auf den25. September zu Baden ein Tag gesezt worden, wohin die Bündnec,zu gegenseitiger Verständigung, ebenfalls ihre Boten senden möchten.
Das Schreiben der Generalität war von Breisach im Breisgauund dem 29. August datirt und durch Johann Ludwig von Erlach,Bernhard Eheim, Reinhold von Rosen und Wilhelm Otto, Grafenvon Nassau, unterzeichnet. Sein Inhalt besagte, sie hätten vernommen,daß die Bündner, welche sie stets für gute Freunde gehalten hättenund auch jezt noch dafür ansähen, mit der Krone Spanien auf Ab-schluß eines Bündnisses oder ewigen Friedens unterhandelten, welcherunter Ander,» derselben den Durchpaß für ein bewaffnetes Heer ein-räume. Die Bündner würden die Lage des Krieges wohl hinreichendkennen, um einzusehen, daß solche Armeedurchmärsche auf die Schwe-den und deren Bundesgenossen abzielten. Sie mahnten sie deßhalbderartiger Tractate sich zu enthalten und auf ihre Freiheit wohl Be-dacht zu nehmen, ansonst sie den Feind überall aufsuchen würden,wo er zu finden wäre, sich selbst aber vor Gott und Menschen fürimmer aller Verantwortlichkeit entschlagen haben wollten.
Das Schreiben an die Eidgenossen trug als Datum gleichen Ortund Tag und enthielt mutatis mutandis den nämlichen Inhalt, mitdem Beifügen, sie mochten ebenfalls das Ihrige thun, um die Bündnerzu veranlaßen, einen so schädlichen Vertrag nicht abzuschließen.
Zu Cur wurde am 22. September der Bundstag gehalten. Der-selbe antwortete an die Generalität des sächsisch-weimarschen Heeres,hob in prunkenden Worten seine Handlungsweise hervor, als auf denFrieden berechnet und dem Lande heilsam und gefiel sich in allen mög-lichen Uebertreibungen bezüglich der von Frankreich nicht eingehaltenenVersprechungen. Spanien sei der Paß nur unter einschränkenden Be-dingungen (sie wurden unter Anrufung der Vertragsartikel wörtlichangeführt) gestattet und mit der Generalität wünsche man, die eigenenVerpflichtungen vorbehalten, auch weiter in Freundschaft zu leben.Nach Baden wurden der Oberst Johann Simeon de Florin, Georg