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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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364
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364 Joh. Heinrich Maser kömmt in die Bunde

Im Monat Juli kam Joh. Heinrich Maser, Stadtschrciber derStadt Zürich, welcher unter dem Verwand die Eintracht wieder her»zustellen, vielfach in die Angelegenheiten des ZehngerichtenbnndcS sicheinmengte, in die Bünde, um mit seiner Gattin das Sauerwasser zuSt. Moriz im Oberengadin zu trinken. Wie es sich hernach zeigte,stand derselbe sehr in Gunst der evangelischen Geistlichen Georg Saluzund Schwarz, dann des Obersten Ulysses v. Salis, Gulers, des fran-zösischen Dollmetschs Laurenz Tschudi und Anderer, welche, wie Maserglaubte, im Falle DavoS unterliegen sollte, dem spanisben Elemente inden Bünden einen tüchtigen Stoß geben würden. Als Maser dann (einübles Vorzeichen) zum Schiedsrichter bezeichnet wurde, wiederholte erspäter öfters im Gespräche, DavoS habe viel zu viele Hauptlcute inspanischem Dienste, (die Bevölkerung war aber keineswegs spanischgesinnt, jedoch aus pecuniärem Interesse viele der Angejehenern) unddas Bündniß mit Ihrer katholischen Majestät dürfe nicht fortdauern,indem einige wenige Capitulationen, wie solche bezüglich des freienVerkehrs im Jahre 1552 von den Eidgenossen mit dem Statthaltervon Mailand für ihre wälschen Vogteien abgeschlossen worden seien,vollkommen genügten.

Maser brachte Beglaubigungsbriefe von Zürich, Bern und Glarusan die streitenden Partheien, nämlich Davos und die Gerichte mit,wie auch an die übrigen zwei Bünde. Da aber der Beitag sich nochnicht versammelt hatte, so eröffnete er schriftlich dem Bürgermeistervon Cur seine und seiner Obern Gesinnungen, welche wie auch früherstets nur die Versöhnung der Partheien zum Ziele hätte». Hiezu boter seine Dienste an und gab sich auch den Schein (man erfuhr späterwenigstens, daß die Gerichte durchaus nichts ohne sein Vorwissengethan hatten) als ob ihm die zu Grüsch erlassene Sentenz bezüglichAusschlusses der Landschaft Davos aus dem Bunde, gänzlich mißfiele.

- Die Davoser antworteten höflich den drei mit ihnen verbündetenOrte» der Eidgenossenschaft und wiederholten ihre früher oft schongestellten Begehren um Recht Seitens der beiden Bünde und Vermitt-lung der Eidgenossen.

Auch die beiden Bünde schrieben an Zürich, Bern und GlaruS 'und dankte» für die Sorge, welche die Orte zur Beseitigung dieserStreitigkeit an den Tag legten. Es fügten die Bünde hinzu, sie woll-ten von ihrer Seite nochmals Alles nur immer Mögliche versuchen,damit sich die Partheien versöhnten und man die Eidgenossen nicht