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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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370
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370 Verhandlungen

Oi^>. Darauf verlangte» die Davoser, es möchte Saluz angeben, obseine« Wissen« es je ein anderes Haupt des ZehngerichtcnbundeSgegeben habe als der Landamman» von Davos und ob dieser Lezterenicht von Allen als Haupt anerkannt worden sei, wie dieses auch beiden andern zwei Häuptern der Fall gewesen? Ob jemals Einer denLandammann von Davos habe bindern wollen, in seiner Eigenschaftals Haupt des Bundes den Bundstägen beizuwohnen? Und ob ernicht gegentheils wisse, daß der Landamman» von Davos als Hauptdes Bundes mit den beiden andern Depntirtcn stet« seine Functionenübte?

Darauf erwiederte Saluz, er glaube nicht, hierauf antworten zumüssen und beharre auf seiner Aussage.

Unzweifelhaft sei es, fuhren die Davoser fort, und durch glaub-würdige Männer bestätigt, daß schon zur Zeit des SchmalcaldischenKrieges, also vor ungefähr hundert Jahren drei Davoser zum bünd-nerischen Bundstage gesandt wurden. Es seien dieß Johannes Guter,Haupt des Buntes, Paul und Johannes Buol gewesen. Wenn dieGerichte im Sinne gehabt hätten, sich zu widersezen, warum sei dennniemals eine positive, schriftliche Einrede von ihrer Seite dagegen er-schienen ? Warum hätten sie es gestattet, daß die Davoser stets fortdieses nämliche Recht übten?

Es wurden auch zwei Eurer Bürger, Andreas Christ und CasparHeinz einvernommen. Durch Liese wollten die Gerichte den Beweisführen, daß im Jahre 1607 durch ihre Mannschaft (es waren un-gefähr vierzehnhundert Mann, wie die rätische Chronik es weitläufigererzählt) zu Davos von dessen Bewohnern die Bundesfahne, dasArchiv und das Sigel verlangt worden wären.

Die Zeugen sagten aus, daß wegen Francesco Paravicini's ausdem Veltlin, welcher gefangen war, sie damals mit noch hundert andernEurer» nach Davos gezogen seien, und die Prättigauer sowie nochandere Bundsleute der zehn Gerichte bewaffnet vor dem Rathhaus zuDavos stehen geseben hätten, wo sie großen Lärm schlugen unddrohten, es müßte die Hauptkirche und das Ratbhaus, wo die Davcsersich verschanzt, verbrannt werden. Sie hätten aber nicht gehört, taßdamals Sigel oder Fahne oder etwas Anderes verlangt worden wäre,wohl aber die Rede, sie wüßten nicht von wem, die Prättigauer hättenim Sinne gehabt, die Fahne, welche im Walde versteckt sei, tenDavoser» zu entreißen.