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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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DurLpasses und Abschluß eines Bündnisses.

Dieses Wohlwollen Seitens der Bündner erwiederte Venedigdurch sofortige Baarzahlung von achtzehntausend Gulden und da vonAbschluß eines Bündnisses die Rede gewesen, Venedig aber, um keineabschlägige Antwort zu riskiren, nicht selbst sich darum bewerben wollte,wurde jetzt verabredet, daß der bündnerische Rath darüber von sichaus an die Gemeinden schreiben sollte, dabei als Vorwand benutzend,einige Gemeinden hätten jüngst von Abschluß eines Bündnisses mitVenedig gesprochen, und man bringe dieses den Uebrigen zu demZwecke anmit zur Kenntniß, damit später dem Rathe nicht der Vorwurfgemacht werden könne, er hätte das gemeine Beste nicht genugsam imAuge behalten.

Die Meinungen waren sehr getheilt, denn viele einflußreiche Par-teigänger Frankreichs und Spaniens suchten der Sache Hindernisse inden Weg zu legen und wollten ihre Entscheidung von diesen Mächtenabhängig machen, — viele Andere wieder schienen allerdings geneigt,doch verlangten sie, daß die im Jahre 1617 mit einzelnen Gerichtenabgeschlossenen Artikel erneuert und wenn irgendwie thunlich, zuGunsten der Bünde ausgedehnt werden möchten. Wieder Anderewünschten, Venedig möchte selbst um das Bündniß sich bewerbe».Die österreichische Partei meinte, man könne mit der Republik allerdingsFreundschaft pflegen, das Bündniß selbst aber solle man unterlassen.Cavazza selbst drängte auf die Sache nicht weiter, da Friede für dienächste Zeit in Aussicht stand. Er meinte auch, aber in entgegen-setzten Sinne, einige Artikel seien zu modificiren, andere ganz weg-zulassen, so derjenige, welcher vorschrieb, daß auf Dafürhalten desbündnerischen Rathes die Venetianer gehalten wären, zur Vertheidi-gung der Bünde und ihrer Unterthanen je nach Bedürfniß, zwei, dreivier, fünf bis sechszehntauscnd Mann, ja selbst so viel überhaupt nö-thig wären, zu unterhalten. Cavazza äußerte sich in vertraulichemGespräche mit Freunden, Etliche, wie Conradin Castelberg, Rudolfv. Salis, Ritter, Duric Enderlin und Andere mehr hätten bei Gele-genheit, wo es sich um Ernennung des Obersten handelte, von ihmlebenslängliche Pensionen und nicht nur Compagnien sondern sogarganze Regimenter verlangt, mit Beifügen, wenn sie solche nicht erhiel-ten, werde das Bündniß durchaus nicht zu Stande kommen. Plötzlichreiste Cavazza in aller Stille nach Zürich ab. Viele tadelten seinenGeiz, der sich nicht nur in dieser Sache, sondern auch in seinem ganzenHauswesen zu erkenne» gegeben hätte.