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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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393
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Religiöse Zwistigkeiteu,

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Ich komme auf die Religionsänstände zu sprechen, welche wegender von den Katholiken seit dem Jahre 1 620 in Besitz genommenenGottshäuser und kirchlichen Einkünfte, Theilung der Aemter undAndern, damit in Zusammenhange Stehendem sich erhoben. Die Sachewurde schon früher öfters in Anregung gebracht, ohne daß sie jedochihre Erledigung fand. Auch flocht ich bei vorkommender Gelegenheitbie und da ein Wort darüber ein und trage nunmehr in aller Kürzedas Fehlende nach.

Schon seit längerer Zeit her hatten beide Theile zwölf Männerernannt, welche zur Beseitigung dieser Anstände einen Weg ausfindigmachen sollten Sie hatten Verschiedenes schriftlich aufgesetzt, dochverweigerten die katholischen Boten die Annahme und stellten dafürdamals das Verlangen, die Sache durch die Eidgenossen beider Kon-fessionen nach dem Recht entscheiden zu lassen, ansonst sie gegen alledaraus erwachsenden Nachtheile sich verwahrt haben wollten. Dagegenwandten die Evangelischen ein, die ganze Angelegenheit sei ja bereitsvon Rechtswegen erledigt und abgemacht, indem die von unsern Vor-fahren beider Konfession seiner Zeit aufgestellten und angenommenenBestimmungen hier Geltung zu finden hätten und es unstatthaft seinwürde, eine bereits entschiedene Angelegenheit einer neuen prozessuali-schen Beurtheilung zu unterwerfen.

Bereits öfters waren zum Zwecke der Erstattung der Gotteshäuserund des Uebrigen freundschaftliche Unterhandlungen angebahnt worden-Es hatten nämlich auch die Almenser im Tumleschg und die evangeli-schen Bewohner zu Stalla Mitbenutzung der Kirche und ihren Antheilan deren Einkünften, wie es vor 1620 der Fall gewesen war — ver-langt — weil ihrer aber wenige waren, wurde die Sache verschoben.Aber in Zitzers, Trimmis und Untervaz, wo sie eine größere Zahlbildeten, wurde diese Forderung mit mehr Eifer betrieben Es hättenauch viele Katholiken in Zitzers und anderswo den Frieden vorgezogenaber der Bischof von Cnr, dessen Wink sie allgemein gehorchten, wider-strebte aus allen Kräften, und zwar wie man behauptete, von denKapuzinern influirt. Endlich brachten die evangelischen Rathsbotenauf die wiederholten Bitten der Protestanten in den vier Dörfern undder Vermahnung der von der Synode damit beauftragten Predigerdie Sache der Ordnung gemäß vor die evangelische Session.

E Siehe oben S. 829.

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