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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die Puschlaver Evangelischen

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Sonntags den 30. Juni alten oder 10. Jali neuen Stiles von Jo- >641hann v. Moos, evangelischem Pfarrer zu Malans ebenfalls gepredigt.

Wie schon früher bemerkt, waren die Puschlaver Evangelischen»ach dem abscheulichen Morde im Veltlin von ihren Mitbürgern ebensounwürdig als treulos behandelt, aus der Heimath verstoßen und da-mit auch des Antheiles an den Gotteshäusern und kirchlichen Bene-fizie» beraubt worden. Lange schon hatten sie um die Mitbenutzungder Kirche, Entschädigung für ihren Antheil an deren Einkünften, einPfrundhaus und ihr Betreffniß an den öffentlichen Nuzungeu undAemtern gebeten. Das gleiche Gesuch wurde nunmehr auch von denEvangelischen zu Brusio gestellt, welche vor drei Jahren unter ziemlichungünstigen Bedingungen mit den Katholiken sich verglichen, — weilsie aber an der Grenze wohnten, damals mit Gedult in die Verhält-nisse sich geschickt hatten.

Schon damals war der Puschlaver Anstand dem Hauptmann Ul-rich Albertini, einem Protestanten nnd dem Podestä Joh. Paul Bellvon Belfort Seitens der drei Bünde und der streitenden Partheienzur Entscheidung übergeben, durch Beli's Winkclznge aber, welcherdie ihm vom Bischof von Cur angedrohte Exkommunikation vocwaudte,stets wieder verschoben worden, bis ihm endlich der bündnerische Rathdie Erledigung der Streitsache allen Ernstes einschärfte und diePuschlaver Evangelischen ebenfalls drängten. Die im Flecken Puschlavwohnenden katholischen Deputirten waren abgereist, doch anwesenddie Boten der äußeren ebenfalls katholischen Nachbarschaften, welchemit den katholischen Bewohnern ebenfalls im Streite lagen. Siesprachen nämlich ein Drittel aller Aemter und Einkünfte an, weil sieden nämlichen Theil der Bevölkerung des ganzen Hochgerichts aus-machten und stüztcn sich Hiebei auf eine im Jahre 1565 durch vomGotteshausbunde verordnete Richter erlassene Sentenz. Albertini undBell vereinigten sich endlich am 27. August alten und 6. Septemberneuen Stiles zu einem Spruche, dem zu Folge den Evangelischen einPfrundhaus und für ihren Antheil an der Kirche, den Glocken undkirchlichen Einkünften die Summe von Eintausend und fünfzig Guldenbezahlt werden sollte. Mit diesem Betrage begannen die Protestantensogleich den Bau einer Kirche, welche sie auch glücklich vollendeten.

Für das Betreffniß an den Aemtern im Veltlin, zu Plurs, und inder Herrschaft Maienfeld, an der Podestaterei Pnschlav, und den übri-ge» Hochgerichtsstelle» und Einkünften wurde ihnen ein Drittheil zu-