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Die Katholiken im Unterengadin.
1644. gesprochen. Die Unkosten sollte» gegen einander ausgeglichen und beiden Wahlen die alte Sitte, nämlich das Loos, beibehalten werde».
Es hatten zwar die Katholiken den Evangelischen früher ebenfallsein Drittel an allen Aemtern angeboten, bald darauf aber sich dessenwieder geweigert. Dann schlug ihnen im Jahre 1621 der erzherzog-liche Oberst Aloys Baldiron für ihren Antheil an der Kirche Namensder Katholiken fünfhundert Gulden und die kleinere Glocke vor, aberdurch tägliche Beschwerden, Ausgaben und Drohungen ermüdet underschreckt, ließen die Evangelischen es doch lieber auf den erwähntenSpruch der beiden Schiedsrichter ankommen und derselbe gelangteauch zur Ausführung.
Die Unterengadiner, zumal die Schulser hatten öfters das Be-gehren gestellt, daß man das in Criminal- und Eivilsachen zu ihremGerichte gehörige Tarasp endlich zum Gehorsam zurückführe. Alssie nämlich einmal daselbst einige eines schweren Verbrechens verdäch-tige Individuen gefänglich einziehen wollten, flüchteten sich dieselbe»in das Schloß und das Gerichtspersonal mußte unverrichteter Dingewieder abziehen. Darauf beklagte sich die Erzherzogin, daß der Feld-kircher Vertrag nicht beobachtet würde und daß die Schulser das Hos-pitiern: und die Betkapelle, welche auf Kosten gemeiner drei Bündefür die Kapuziner eingerichtet worden waren, demolirt hätten. Lezlichverlangte sie auch zu wissen, ob man sich überhaupt an den Vertragzu halten gedächte oder nicht. Die Unterengadiner, hauptsächlich dieSchulser, antworteten, sie hätte» zur Einführung der Kapuziner nie-mals ihre Einwilligung gegeben und sie verlangten und wollten dernämlichen Freiheit sich erfreuen, wie jede andere evangelische Ge-meinde in den Bünden.
Auf dem Beitag ging die Mehrzahl der Stimmen dahin, daßHospiz und Bethaus wieder hergestellt werden müßten, auch wolleman sich an den Feldkircher Traetat halten. Es müsse jedoch in derBefugniß der Bündner stehen, je nach Zeit und Gelegenheit mit Rück-sicht auf die Geseze und das allgemeine Wohl des Landes den Auf-enthalt der Kapuziner und anderer Ordensleute zu beschränken. DieUnterengadiner protestirten darauf von Neuem und behaupteten ihreFreiheitsrechte dürften ihnen durch keine Stimmenmehrheit gemindertwerden.
Demungcachtet wurde dann auf Befehl der drei Bünde und deren