1052 Claſf. XXXIX. Von allerley Kraͤutern zur Artzney.
CCILXI. Wirbeldoſt.Iſt warm und trocken.
Das Kraut gekocht/ und die Bruͤhe getruncken/ heilet die Bruͤcht/
Parnwinde und Schlangenbiß.Treibt der Frauen Zeit. Foͤrdert die Geburt.Vertilget die Wartzen. Diß thut auch der Safft.In Ziebern ſiedet mans zum Gebrauch mit Waſſer. In andern Zuſtaͤn-den aber im Wein. 8Das Zweiglein in Wein geſotten und getruncken/ bringt die unſinnigezerruͤtte Melancholicos wieder zurecht/ iſt vielmal probiert und gut gefun-den worden..
Nota. Zu den Wartzen nimmt man den Safft/ und ſtreichet dieſelbigeofft damit/ ſo fallen ſie darvon ab/ man muß ſie aber zuvor miteinem Meſſerlein ein wenig aufritzen.
CCLXII. Wolgemut.
Iſt trocken und warm im dritten Grad/ oͤffnet/ abſterginet.
Wird fuͤrnemlich zu verſchleimter Lungen/ Leber und Mutter gebraucht.
Iſt gut wider den Huſten/ enge Bruſt/ Keuchen/ auch in der Geelſucht/treibt ſelbige Materi durch den Schweiß aus.
Vermehret die Milch.
Aeuſſerlich braucht manes zu den Baͤdern/ zu dem Haupt/ die Mutterzu ſtaͤrcken/ die Kraͤtze zu vertreiben.—
Wolgemut im Wein geſotten und getruncken/ widerſtehet allem Gifft/ſo von gifftigen Thieren herkommet.
9“ mit Feigen gegeſſen/ iſt gut wider die Waſſerſucht und denrampff.
Gedoͤrret/ zu reinem Pulver geſtoſſen/ und mit Meth getruncken/ treibtdie ſchwgrtze Gall durch den Stuhlgang/ und bringt wieder zurecht die ver-haltene Frauenzeit.
Mit Honig vermiſchet/ und eine Latwerge daraus gemacht/ reiniget die
Lufftroͤhrlein/ und ſtillet den Huſten.
Die Blumen des gemeinen Wolgemuts gedoͤrret/ und mit Wegrich-“ ſauren Wein eingenommen/ oder getruncken/ ſtillet dierothe Ruhr.—
Die Blaͤtter gedoͤrrtt/ und zu Pulver geſtoſſen/ unter Eyerdotter gemi-ſchet/ und Kuͤchlein daraus formieret/ auf einen heiſſen Ziegel gebacken/ undetliche darvoneingenommen/ ſtillenallerhand Bauchftuͤſſe.
Der Safft von dem gruͤnen Wolgemut ausgedruckt/ iſt gut zu der
1 Seſchwulſt