105a ClaI XXXIX. Vonallerley Kraͤutern zur Artzney.
CCLXIV. Wnundtraut.Wird auch Knabenkraut genannt.Iſt trocken und kalt/ ziehet an heilet/ reiniget/ ſtopffet. 2Wird gebrauchet zu den ſcharffen Bauchfluͤſſen/ verwundten Doͤrmen/und zu andern Wunden. 8.Zu Bruͤchen/ und wann man ſich verbrennet hat. Auch die Flecken derHaut zu vertreiben. 8Wird innerlich und aͤuſſerlich gebraucht.88 6 2aͤrmen und trocknen im erſten Grad, erweichen/ lindern/ abſtergiren.ö 8’lindern/ abſtergirenMehren die Milch und den natuͤrlichen Saamen.Die ſchwartze und rothe geſotten/ und darvon getruncken/ vertreibenundprechen den Lendenſtein. s
Foͤrdern der Frauen Zeit.
Oeffnen die verſtopffte Leber/ Miltz und Nieren.
Dienen trefflich wol vor die anfangende Geel⸗und Waſſerſucht.
Nota. Den Kindbettern ſeynd die Bruͤhen von Zißer⸗Erbſen und Peter-ſilien gut/ dann ſie treiben und reinigen.Zißer⸗Erbſen üͤber Nacht in Waſſer geweicht und eingenommen/ hernachſechs Stund darauf gefaſtet/ treiben die Wuͤrme aus dem Leib.
Aeuſſerlich gebraucht/ reinigen und ſaͤubern die Zißer⸗Erbſen die gantzeHaut/ ſeynd auch nuͤtzlich zu dem Grind/ ſo man ſie mit Grindwurtz ſiedetund anſtreicht. b 12
Zu den Geſchwulſten/ ſie moͤgen ſeyn wie ſie wollen/ des MaͤnnlichenGemaͤchts /ſo nimmt man Zißer⸗Erbſen/ die weiſſe/ laͤſſet ſie zuvor in warmWaſſer quellen und weich werden/ alsdann in einem Moͤrſner geſtoſſen/ undmit verſchaͤumtem Honig gekocht/ biß es dick wird/ daß mans aufſtreichenkan/ alsdann auf ein Tuch oder Leder geſtrichen/ und aufgeleget.
CCLXVI. Zungenblat-
Dienet wider den Stein und Harnwinde.
Wider das geſchoſſene oder gefallene Halszaͤpfflein iſt es dienlich/ wannman es im Waſſer kochet/ und ſich damit gurgelt.
Das Kraut oder die Wurtzel zu Pulver geſtoſſen/ und in Wein getrun-cken/ iſt ein bewaͤhrt Mittel wider das Aufſteigen der Mutter. 1
Es heilet auch den Kindern die Bruͤche/ wann man ihnen der gepuͤlver-ten Wurtzel ein Quintlein mit geſottener Wallwurtz⸗ Bruͤhe/ etliche Tagenacheinander/ fruͤhe zu trinckengiebt, 8
Ota,
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