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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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1078 Claſſ. XLI. Von der Hauß⸗Apotheck.em zweyfaches leinenes ſaubers Tuͤchlein netzen/ und/ ſo warm/ als man es lei-den mag/ auf den Nabel legen.

4. Es befördert auch die Geburt/ und das Nachweſen; Nemlich/ wanndie Frau in den Kindes⸗Wehen ſolches trincket.

5. Wann den Weibern die Mutter aufſteiget/ ſo macht man einenSchwamm in dieſem Waſſer naß/ und leget denſelbigen der Frauen in dieSchooß/ es ſtillet die Schmertzen.

Nota. Jungen Leuten ſone man dieſes Waſſers nicht uͤber einen Loͤffel⸗vollgeben/ ſolle aber zuvor mit ein wenig ſchwartz⸗Kirſchen⸗Waſſervermiſchet werden.

6. Dieſes Waſſer in Hungers⸗Noth getruncken/ Haupt⸗und Pulß-Adern darmit beſtrichen/ erhaͤlt den Menſchen lang bey ſeiner Krafft/ inſon-derheit die jenigen/ ſo lang kranck liegen muͤſſen/ und wenig eſſen koͤnnen.

6. Wie man das ſchwartze Kirſchen⸗Lavendel⸗Waſſermachen ſolle.

Man nimmt ſchwartzt/ ſuͤſſe/ und wol zeitige Wald⸗Kirſchen/ ſtoͤſſet die-ſelbige/ ſamt den Steinenoder Kernen/ in einem Moͤrſel/ thut darzu Lavendel-Blühe thut es zuſammen in ein ſteinern oder glaͤſern Geſchin/ alſo/daß es eine oder zwey Queer⸗Haͤnde leer bleibet/ fuͤllet es mit gutem Wein auf/laͤſſet es/ wol verdeckt/ einen oder vier Tage ſtehen/ diſtilliret hernach einWaſſer daraus/ und verwahret es.

Uſus.

Dienet 1. dem jenigen/ ſo ſich eines Schlages beſorget/ oder ſonſten ſchongetroffen/ und eine ſchwere Sprache hat/ man giebet Morgens und Abends/oder zu anderer Zeit/ ein paar Loͤffel⸗voll darvon zu trincken.

2. Bey jungen Kindern aber gebrauchet man nurdas ſchlechte Kirſchen-Waſſer/ welches man ihnen eingiebet/ wann ſie die Gichter haben.

Nota. Weme daserſte Waſſer zuſtarck/ der gebrauche nur das gemeineund einfache Kirſchen⸗Waſſer. Dieſes thut aber ſchlechteund iſt ein Loͤffel⸗voll des obigen beſſer/ als die-er zehen.

7. Wie man das Capaunen⸗Waſſer machen ſolle.

Man nimmt einen guten alten Capaunen, haͤnget denſelbigen mit einemStrick um den Halß lebendig auf/ laͤſſet ihn erſticken/ beropfft denſelbigen her-nach/ und nmmt ihn aus/ waͤſchet ihn ſauber/ zertheilet ihn in vier Theile; Thutdieſe vier Theile in eine anderthalbmaͤſſige Kanne/ gieſſet daruͤber Borragen/Ochſenzungen/ Violen⸗ und Roſen⸗Waſſer/ jedes eine Echt⸗Maaß/ ogdenvieydten