Band 
Fünfter Band.
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89
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Friedrich der Große.

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Monat nach der Schlackt bei Roßbach, trafen sich Friedrich, mit40,000 Mann, »nd Prinz Karl, an der Spitze von nicht we-niger als 60,000, bei Lcuthcn, dicht bei Brcslau. Der König,der vielleicht zu geneigt war, den gemeinen Soldaten als einebloße Maschine zu betrachten, versehn» an diesem großen Tagezu ähnlichen Mitteln, wie die, welche Bonapartc nachmals mitso ausgezeichnetem Erfolge zu dem Zwecke anwendete, die mili-tairische Begeisterung anzufachen. Die vornehmsten Officierewurden znsammcnberufen. Friedrich redete sie mit großer Kraftund Ergriffenheit an, und wies sie a», zu ihren Leuten zu spre-chen, wie er zu ihnen gesprochen hatte. Wie die Heere inSchlachtordnung gestellt waren, befanden sich die preußischenTruppe» in einem Zustande heftiger Erregung; indeß zeigte sichihre Erregung in der Weise eines ernsten Volkes. Die Heer-säulen rückten zum Angriff vor, nach dem Klänge von Trom-meln und Pfeifen die raucn Weisen der alten sächsischen Volks-dichtcr singend. Sie hatten niemals so gut gefochten, und nie-mals war das Genie ihres Führers so vortretend gewesen.„Diese Schlacht," sagte Napoleon, „war ein Meisterstück. Sieallein ist hinreichend, um Friedrich zu einer Stelle in der erstenReihe der Feldherren zu berechtigen." Der Sieg war vollstän-dig. 27,000 Oestcrrcicher waren gctödtet, verwundet oder ge-fangen; 50 Fahncnstöcke, ein hundert Geschütze, 4000 Wagenfielen in die Hände der Preußen. Breslau öffnete seine Thore;Schlesien war wiedcrcrobert; Karl von Lothringe» zog sich zu-rück, seine Schani und seinen Verdruß zu Brüssel zu verbergen,und Friedrich gestattete seinen Truppen, in Winterquartiereneinige Ruhe »ach einem Fcldzngc zu genießen, für dessen Wech-selgänge es schwer sein wird, ein Seitcnstück in alter oder neue-rer Geschichte zu finden.

Der Ruhm des Königs erfüllte die ganze Welt. Er hatte