Band 
Fünfter Band.
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Friedrich der Große.

während des letzten Jahres mit Vortheil einen Kampf gegen dreiMächte bestanden, deren schwächste mehr als dreifach seine Hilfs-quellen besaß. Er hatte vier große Fcldschlachten gegen über-legene Kräfte geschlagen. Drei von diesen Schlachten hatte ergewonnen, und die Niederlage von Kollin, gutgemacht wie sieworden war, hob seinen militairischcn Rus mehr, als daß sie ihnverringert hätte. Der Sieg von Leuthcn ist bis auf diesen Tagder stolzeste auf der Liste des preußischen Ruhmes. Zwar rie-fen Leipzig und Watcrloo bedeutsamere Folgen für die Mensch-heit hervor. Aber den Ruhm von Leipzig mußten die Preußenmit den Oestcrreichern und Russen theilen, und bei Waterlootrug das britische Fußvolk die Last und Hitze des TagcS. DerSieg von Roßbach war, aus militairischcm Gesichtspunkte,weniger ehrenvoll, als der von Leuthen; aber der moralischeEindruck, den er erzeugte, war unermeßlich. Alle die vorher-gehenden Triumphe Friedrich's waren Triumphe über Deutschegewesen, und konnten keine Regungen des Nationalstolzes indem deutschen Volke hervorrufen. Es war unmöglich, daß einHesse oder ein Hannoveraner irgend ein patriotisches Frohlockenempfinden konnte, wenn er hörte, daß Pommern Mähren nie-dergemetzelt hätten, oder daß sächsische Banner in den KirchenBerlin's aufgehangen worden wären. In der That, wie hochauch der militairische Ruf der Deutschen mit Recht in der gan-zen Welt stand, so konnten sie sich doch keines großen Tagesrühmen, der ihnen als Volk gehörte, keines Azincourt, keinesBannockburn. Ihre meisten Siege hatten sie über einandergewonnen, und ihre glänzendsten Thaten gegen Fremde warenunter dem Befehle Eugcn's vollbracht worden, der selbst einFremder war. Die Nachricht von der Schlacht von Roßbachregte das Blut der Gesammtheit der mächtigen Bevölkerung vonden Alpen bis zur Ostsee und von den Grenzen Kurlands bis