Mirabeau und die französische Revolution.
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der Geschichte der großen alten Republiken, und schöpften ihreVorstellungen von diesen Republiken nicht aus gleichzeitigenSchriftstellern, sondern aus Romanen, die von pedantischenSittenpredigern lange nach der Vernichtung der öffentlichenFreiheit geschrieben worden. Sie vernachlässigten Thukydidesüber Plutarch. Selbst blind, nahmen sie blinde Führer.Sie hatten keine Erfahrung von Freiheit, und sie entnahmenihre Ansichten über dieselbe von Männern, die nicht mehrErfahrung davon hatten, als sie selbst, und deren Phantasie,durch Geheimniß und Entbehrung entzündet, den unbekanntenGenuß übertrieb, von Männern, die von Vaterlandsliebeschwärmten, ohne jemals ein Vaterland gehabt zu haben, undTyrannenmord priesen, während sie vor Tyrannen krochen. DerGrundsatz, den die französischen Gesetzgeber in dieser Schulelernten, war, daß politische Freiheit ein Zweck und nicht einMittel sei, daß sie nicht bloß als die große Bürgschaft derOrdnung, des Eigenthums und der Sittlichkeit werthvoll sei,sondern daß sie an sich selbst ein hohes und ausgesuchtes Glücksei, welchem Ordnung, Eigenthum und Sicherheit ohne allesBedenken geopfert werden müßten. Die Lehren, die sich ausder alten Geschichte gewinnen lassen, sind allerdings höchstnützlich und gewichtig; aber es war nicht wahrscheinlich, daßMenschen sie gewinnen würden, die, in all ihren Rhapsodieenüber die athenienstsche Freiheit, gänzlich zu vergessen schienen,daß es in jener Demokratie zehn Sklaven auf Einen Bürgergab, und die ihre Jnvcctivcn gegen die Aristokratie beständigmit Lobreden auf Brutus und Cato ausschmückten, zwei hefti-gere, stolzere und ausschlicßendere Aristokraten, als irgend einer,der mit dem Grafen von Artois emigrirte.
Wir haben niemals ein so lebendiges und interessantesGemälde der Nationalversammlung getroffen, wie jenes, welchesr. 10