Bertrand Barere,
181
ersetzt werden. Wenn der König bei Seite geschafft wurde, sofolgte die Abschaffung des Königthums mir Nothwendigkeit.In dem Zustande, in dem sich der Volksgcist damals befand,würde es muffig gewesen sein, daran zu denken, es so zu ma-chen, wie unsere Vorfahre» es 1688 machten und wie die fran-zösische Deputirtenkammcr es 1830 machte. Ein solcher Ver-such würde unter allgemeiner Verspottung und Verwünschunggescheitert sein. Er würde allen eifrigen Männern von allenMeinungen zuwider gewesen sein, und damals gab es Wenige,die nicht eifrig waren. Parteien, die durch langen Kampf er-müdet und durch die strenge Zucht jener Schule, in der alleindie Menschheit lernen will, belehrt sind, sind geneigt, auf dieStimme eines Vermittlers zu hören. Wenn sie aber in ihrerersten, eigenwilligen Jugend sind, der Erfahrung ermangelnd,frisch zur Anstrengung, von Hoffnung schwellend, von Erbitte-rung glühend, stimmen sie nur darin überein, den Schiedsmannaus ihrem Wege zu stoßen, der sich zwischen sie zu stellen undseine Hand auf Beide zu legen sucht. So war der ZustandFrankreichs 1792. Auf der einen Seite war der große Namedes Erben von Hugo Capet, des 33. KönigS des dritten Stam-mes; auf der anderen Seite war der große Name der Republik.Es gab keinen Sammelpunkt, außer diesen beiden. Es warnothwendig, eine Wahl zutreffen, und Diejenigen urtheilten,unsers Dafürhaltens, richtig, die, für den Augenblick alle unter-geordneten Fragen bei Seite setzend, Unabhängigkeit der Unter-jochung , den heimischen Boden dem Emigrantenlager vorzogen.
In Betreff der Abschaffung des Königthums und in Be-treff der kräftigen Fortführung des Krieges schien der ganzeEonvent wie Ein Mann übereinzustimmen. Aber ein tieferund breiter Abgrund schied den vertretenden Körper i» zweigroße Parteien.