Band 
Fünfter Band.
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Johann Dryden.

gen Die ihn kritistrcn, die ihn lesen können. Die Phantasie warerloschen. Der Geschmack war verdorben. Die Poesie, ausPalästen, Kollegien und Theatern vertrieben, hatte eine Zufluchtin der verborgenen Wohnung gefunden, wo ein, nicht zu seinerrechten Zeit geborncr großer Mann, in Schmach, Mangel,Schmerz und Blindheit, immer noch einen Charakter und einenGenius unbefleckt bewahrte, die eines besseren Zeitalters würdigwaren.

Alles bei Milton ist wunderbar; aber nichts ist wunder-barer, als daß er, in einem der Poesie so ungünstigen Zeitalter,das größte der neueren epischen Gedichte erzeuge» sollte. Wirsind nicht sicher, ob dies nicht einigermaßen seinem Gesicht-sman-gcl bcizumesscn ist. Die Phantasie ist notorisch thätiger, wenndie äußere Welt ausgeschlossen ist. Im Schlaf sind ihre Täu-schungen vollkommen. Sie erzeugen die ganze Wirkung vonWirklichkeiten. In der Finsterniß sind ihre Visionen jederzeitdeutlicher, als im Lichte. Jeder, der sich an dem Bauen vonLustschlössern, wie man es nennt, ergötzt hat, muß das crsahrenhaben. Wir kennen Künstler, die, bevor sie es versuchen, einGesicht aus dem Gedächtniß zu zeichnen, ihre Augen schließen, umsich ein vollkommncrcs Bild der Züge und des Ausdruckes zurück-zurufen. Wir sind daher geneigt, zu glauben, daß der GeniusMilkou's durch sein Gebrechen vor dein Einfluß ihm so ungün-stiger Zeiten bewahrt worden ist. Sei dem wie ihm wolle, seineWerke erfreuten sich anfangs eines sehr kleinen MaßeB vonVolksbcliebtheit. Von seinen Zeitgenossen vernachlässigt zm wer-den, war die Buße, die er dafür bezahlte, daß er sie überragte.Sein großes Gedicht wurde nicht eher allgemein studirt,, oderbewundert, als bis weit unter ihm stehende Schriftsteller, indemsie sich fügsam dem öffentlichen Geschmacke beugten, hinlänglicheGunst erworben hatten, ihn zu verbessern.