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Johann Drydkn
Von den kleinen Picccn, welche Kanzlern und Fürsten dar-geboten wurden, zu sprechen, würde kaum billig sein. Es ist dergrößte Vortheil, den die schönen Künste von der Verbreitungdes Wissens ziehen, daß die Gönnerschaft Einzelner unnöthiggeworden ist. Einige Schriftsteller stellen sich noch immer, dasZeitalter des Patronenthums zurückzuwünschen. Niemand alsschlechte Schriftsteller hat Grund, es zurückzurufen. Es ist stetsein Zeitalter allgemeiner Unwissenheit. Wo zehntausend Leserauf das Erscheinen eines Buches begierig sind, macht ein kleinerBeitrag von jedem eine glänzende Belohnung für den Verfasseraus. Wo die Literatur ein auf Wenige beschränkter Lurus ist,muß jeder von ihnen einen hohen Preis zahlen. Wenn die Kai-serin Katharina z. B. ein episches Gedicht gewünscht hätte, sohätte sie den Verfasser gänzlich unterhalten müssen; gerade so,wie in einem entlegenen Fclddorfc Jemand, der ein Schöpsripp-chcn wünscht, zuweilen genöthigt ist, das ganze Schaaf zu neh-men; etwas, was niemals vorkommt, wo die Nachfrage groß ist.Leute, welche für die Befriedigung ihres Geschmackes reichlichbezahlen, werden auch erwarten, dieselbe mit einiger Befriedi-gung ihrer Eitelkeit verbunden zu sehen. Schmeichelei wird zueiner schamlosen Ausdehnung getrieben, und die Gewohnheitder Schmeichelei führt fast unvermeidlich eine» falschen Ge-schmack in die Arbeiten ein. Ihre Sprache ist aus hyperboli-schen Gemeinplätzen zusammengesetzt, welche wegen ihrer Abgc-nutztheit widerlich und noch widerlicher wegen ihrer Maßlosigkeitsind. In keiner Schule wird die üble Gewohnheit, die Beschei-denheit der Natur zu überschreiten, so schnell angeeignet. DerSchriftsteller, der gewohnt ist, bei einem Gegenstände Uebertrei-bung genehm und nothwendig zu finden, wendet sie bei allen an.Es ist daher nicht befremdend, wenn die früheren panegyrischenVerse Drydcn's aus Gemeinheit und Schwulst zusammengesetzt