Band 
Fünfter Band.
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Johann Dryden.

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zcichnung erreichen konnte. Dryden besaß nicht dieselbe Selbst-^ kenntniß. Er sah, daß die größten Dichter niemals so glück-lich waren, als wenn sie über die gewöhnlichen Grenze» hinaus-i stürzten, und daß irgend ein unerklärliches gutes Glück sie^ selbst dann vor dem Fallen bewahrte, wenn sie an dem Rande! des Unsinns schwankten. Er erkannte nicht, daß sie durch eine! ihm versagte Kraft geleitet und gehalten wurden. Sie schrie-; ben nach dem Eingeben der Phantasie, und sie fanden eine Er-widerung in der Phantasie Anderer. Er dagegen setzte sich^ hin, sich, durch Nachdenken und Erörterung, in eine gcflissent-^ liehe Wildheit, einen vernünftigen Wahnsinn hineinzuarbeiten.

> Bei Betrachtung der bcwundcrnswcrthcn Zeichnungen,

^ welche dem Faust bcigcgeben sind, sind wir immer von einer sehrergriffen worden, welche den Zauberer und den Versucher involler Eile reitend darstellt. Der Unhold sitzt auf seinem wüthen-den Rosse sorglos, als ruhte er auf einem Sessel. Daß er insolcher Stellung seinen Sattel behaupten könne, würde Jedemunmöglich scheinen, der nicht wüßte, daß er durch die Vorrechteeiner übermenschlichen Natur gesichert war. Die StellungFaust's dagegen ist die Vollendung der Reitkunst. Dichter desersten Ranges könnten unbedenklich so verzweifelt schreiben, wieMephistopheles ritt. Aber Dryden war, wenn auch zur Ge-meinschaft mit höheren Geistern zugelassen, wenn auch mit einemTheile ihrer Macht ausgerüstet, und mit einigen ihrer Geheim-nisse betraut, doch von einem anderen Geschlechte. Was siemit Sicherheit zu thun wagen konnten, das zu versuchen, warbei ihm Wahnsinn. Es war nothwendig, daß Geschmack undkritische Wissenschaft seine Mangel ergänzten.

Wir wollen ein Paar Beispiele geben. Nichts kann schö-' ner sein, als die Schilderung Hektor's an der griechischenMauer: