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Johann Dryden.
schleudert habe, welche, verständig angewendet, ihn zur Auszeich-nung hätten erheben können, dessen Sprache und dessen Versezuweilen sehr hohes Verdienst hätten, desscnsämmtliche Werke aberdurch einen falschen Geschmack und durch grobe Nachlässigkeits-irrthümer befleckt wären. Ein Paar seiner Prologe und Epi-loge würden vielleicht noch immer im Gedächtniß erhalten undangeführt worden sein. In diesen kleinen Stücken zeigte er frühalle die Gaben, die ihn nachmals zu dem größten der neuernSatyriker machten. Doch während des späteren Theiles seinesLebens gab er allmälig das Drama auf. Seine Stücke erschie-nen i» längeren Zwischenräumen. Er ließ den Reim im Trauer-spiel fallen. Seine Sprache wurde weniger schwülstig, seine Cha-raktere weniger übertrieben. Er brachte zwar keine richtigen Dar-stellungen der Menschennatur hervor; aber er hörte auf, solcheungeheuerliche Chimären zu sudeln, wie sie sich in seinen frühe-ren Stücken im Ucberfluß finden. Hier und da kommen Stellenvor, die der besten Alter der britischen Bühne werth sind. DerStyl, den das Drama erfordert, wechselt mit jedem Wechsel desCharakters und der Lage. Der ist der große Dramatiker, derseine Manier verändern kann, um der Veränderung zu entspre-chen ; wer dagegen nur in einer Manier sich auszeichnet, wirdda, wo diese Manier zufällig angemessen ist, ein großer Drama-tiker zu sein scheinen; wie die Weiser einer Uhr, die nicht geht,einmal in den zwölf Stunden richtig zeigen. Zuweilen findetsich eine Scene feierlicher Verhandlung. Diese kann ein bloßerRhetorikcr so gut schreiben, wie der größte Dramatiker, derjemals lebte. Wir gestehen, daß uns die Rede des Semproniusim Cato sehr nahezu so gut erscheint, als Shakspeare sie hättemachen können. Aber wenn der Senat aufbricht und wir fin-den, daß die Liebhaber und ihre Geliebten, der Bösewicht undder Vicebösewicht alle fortfahren, in demselben Tone zu stand-