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Johann Driften.
die Bühne zu schreiben. Er hatte seine Kräfte, mit dem glän-zendsten nnd entschiedensten Erfolge, einer neuen Richtung zu-gewendet. Sein Geschmack hatte allmälig seine schöpferischenVermögen geweckt. Der erste Rang in der Poesie war ihm nichterreichbar; aber er nahm die ehrenvollste Stelle in dem zweitenin Anspruch nnd erwarb sie. Seine Phantasie glich den Flü-geln eines Straußes. Sie befähigte ihn, zu laufen, wen» auchnicht, zu steigen. Wenn er die höchsten Flüge persuchte, sowurde er lächerlich; solange er aber in einer unteren Regionverweilte, überholte er alle Mitbewerber.
Alle feine natürlichen und alle seine erworbenen Kräftebefähigten ihn, eine gute kritische Schule der Dichtkunst zu grün-den. In der That er trieb seine Reformen zu weit für sein Zeit-alter. Nach seinem Tode ging unsre Literatur zurück, und einJahrhundert war nöthig, sie auf den Punkt zurückzubringen,auf dem er sie verlassen hatte. Die allgemeine Tüchtigkeit undGesundheit seiner geistigen Coustitution, seine weit ausgedehnte,wenn auch wenig wiegende Kenntniß, sein Witz, der dem der aus-gezeichnetsten Anhänger Donne's kaum nachstand, seine wür-dige, erwogene und gebietende Beredsamkeit konnten ihn nichtvor schmählichem Mislingen als Nebenbuhler Shakspeare's be-wahren, hoben ihn aber weit über die Linie Boileau's. SeineHerrschaft über die Sprache war ungeheuer. Mit ihm starb dasGeheimniß der alten Dichtcrsprache Englands, die Kunst, reicheWirkungen durch vertraute Worte hervorzurufen. In dem fol-genden Jahrhunderte war sie so vollständig verloren, wie diegothische Methode der Glasmalerei, und wurde durch die müh-samen und buntgemischten Nachahmungen Masou's und Grah'snur kümmerlich ersetzt. Auf der anderen Seite war er der ersteSchriftsteller, unter dessen geschickter Behandlung der wissen-schaftliche Wörterschatz sich in natürliche und gefällige Verse