Band 
Fünfter Band.
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Johann Dryden.

So verewigte Juvcnal die unterwürfigen Senatoren, welche zu-sammenkamen, um das Schicksal der merkwürdige» Steinbuttezu entscheiden. Seine vierte Satyre erinnert uns häufig anDrydcn's politisches Gedicht; aber sie ward nicht vor dem SturzeDomitian's geschrieben, und es gebricht ihr etwas an der eigen-thümlichen Würze, die nur zeitgenössischen Spottschriften ange-hört. Sein Zorn hatte so lange gestanden, daß, wenn auch derKörper*) (bodp) ungeschmälert blieb, das Aufbrausen, der ersteSchaum vorüber war. Boileau unterlag ähnliche» Beschrän-kungen, und wenn er von jeder Schranke frei gewesen wäre, sowürde er doch unserem Landsmannc nicht gewachsen gewe-sen sein.

Die Vortheile, welche Drhden aus der Natur seines Su-jets entlehnte, benutzte er auf daS Aeußerstc. Seine Manier istfast vollkommen. Der Styl des Horaz und Boileau's ist nurfür leichte Gegenstände passend. DerFranzose versuchte es zwar,die theologischen Erörterungen der Briefe an die Provinzbe-wohner in Verse zu bringen, aber mit sehr unerheblichem Er-folge. Der Glanz des Pope ist kalt. Das Feuer des Persiusist ohne Glanz. Prächtige Versification und scharfsinnige Com-binationen vertragen sich selten mit dem Ausdruck tiefen Ge-fühls. Nur bei Juvenal und Dryden haben wir den Glanz unddie Wärme zugleich. Diesen großen Satyrikern gelang es, dasFeuer ihrer Gefühle den unvcrbrennlichsten Stoffen mitzuthei-len, und sie entzündeten die ganze Masse zu einer zugleich blen-denden und zerstörenden Flamme. Wir können zwar nicht ohneBedauern an den Antheil denken, welchen ein so ausgezeichneterSchriftsteller wie Dryden an den Streitigkeiten jener Periode

*) Dieser Ausdruck wird bekanntlich auch bei dem Weine ange-

wendet.

B.