Band 
Fünfter Band.
Seite
273
JPEG-Download
 

Oliver Goldsmith.

373

Kompilationen gewöhnlicher Bücbermacher. Er war ein großer,vielleicht ein unerreichter, Meister der Künste des Auswählensund Zu'ammendrängens. In diesen Beziehungen verdientenseine Glschichten Roms und Englands, und noch mehr seineeigenen Auszüge aus diesen Geschichten, wohl, studirt zu wer-den. In der Regel ist nichts weniger anziehend, als ein Aus-zug; aber Goldsmitlfts Auszüge sind, selbst wenn sie höchst ge-drängt find, stets unterhaltend, und ihre Leetürc wird von gc-scheidten Kindern, nicht als eine Arbeit, sondern als ein Ver-gnügen betrachtet.

Galdsmith konnte jetzt für einen glücklichen Menschen an-gesehen werden. Er besaß die Mittel, behaglich und selbst so zuleben, nie es für Einen, der so oft in Scheunen und auf Klapp-nschen geschlafen hatte, Lurus gewesen sein muß. Sein Ruhmwar groß und war in beständiger Zunahme. Er lebte in einerGesellschaft, welche geistig bei Weitem die beste Gesellschaft indem Königreiche war, in einer Gesellschaft, in welcher kein Ta-lent unl kein Vorzug mangelte, und in welcher die Kunst derKonversation mit glänzendem Erfolge gepflegt wurde. Es gabwahrscheinlich niemals vier in vier verschiedenen Wegen bewun-dcrnswwthere Sprecher, als Johnson, Burke, Beauclcrk undGarrick und Goldsmith stand mit alle den vieren auf vertrau-tem Fuje. Er strebte darnach, ihren conversationellen Ruhmzu theilen; aber niemals war Ehrgeiz unglücklicher. Es kannbefremdend scheinen, daß ein Mann, der mit soviel Klarheit,Lebendigkeit und Anmuth schrieb, sooft er am Gespräche Theilnahm, 'in hohler, lärmender, faselnder Plapperer gewesen seinsollte. Aber über diesen Punkt ist das Zeugniß überwältigend.So auserordentlich war der Kontrast zwischen Goldsmith's ver-öffentlihten Schriften und dem einfältigen Zeuge, das er redete,daß Hwaz Walpole ihn als einen inspirirten Blödsinnigen schil-