Band 
Fünfter Band.
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Oliver Goldsmith.

derte. „NoU,"*) sagte Garrick, „schrieb wie ein Engel, undsprach wie das arme Papchcn." Chamier erklärte, cS sei eineharte Prüfung des Glaubens, anzunehmen, daß ein so albernerSchwätzer wirklich den Reisenden geschrieben haben könne. SelbstBoswell konnte, mit geringschätzigem Mitleid, sagen, er liebe cSrecht wohl, den ehrlichen Goldsmith loslegen zu hören. „Ja,Sir," sagte Johnson, „aber er sollte es nicht lieben, sich selbstzu hören." Geister unterscheiden sich, wie Flüsse sich unter-scheiden. Es giebt durchsichtige und perlende Flüsse, aus denenes köstlich zu trinken ist, wie sie dahinfließen; mit solchen Flüs-sen können die Geister pon solchen Männern, wie Burkc undJohnson, verglichen werden. Aber eS giebt auch Flüsse, derenWasser, wenn es eben geschöpft worden, trübe und übelriechendist, aber durchsichtig wie Krystall und köstlich für den Geschmackwird, sobald man es stehen läßt, bis es einen Niederschlag ab-gesetzt hat, und ein solcher Fluß ist ein Bild von Goldsmith'sGeiste. Seine ersten Gedanken über jeden Gegenstand warenselbst bis zur Ungereimtheit verworren, aber sie brauchten nurein wenig Zeit, um sich zur Klarheit durchzuarbeiten. Wenner sie schrieb, hatten sie diese Zeit, und deshalb erklärten ihnseine Leser für einen Mann von Genie; aber wenn er redete,redete er Unsinn und machte sich zum Gelächter seiner Zuhörer.Er war sich seines Nachstehens in der Conversation peinlich be-wußt; er fühlte jedes Fehlschlagen scharf; gleichwohl besaß ernicht Urtheil und Selbstbeherrschung genug, seine Zunge zuhalten. Seine Lebhaftigkeit und Eitelkeit trieben ihn fortwäh-rend, das Eine zu thun, das er nicht zu thun vermochte. Nachjedem Versuche fühlte er, daß er sich bloßgestellt hatte, und

*) Abkürzung für Oliver.

B.