Band 
Fünfter Band.
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Oliver Goleimith. 37^

krümmte sich vor Scham und Aerger; doch den nächsten Augen-blick fing er wieder an.

Seine Genossen scheinen ihn mit einer Güte betrachtet zuhaben, die, ungeachtet ihrer Bewunderung für seine Schriften,nicht ungemischt mit Verachtung war. In Wahrheit, es gab inseinem Charakter vieles zu loben, aber sehr wenig zu achten.Sein Herz war sanft selbst bis zur Schwäche; er war so groß-müthig, daß er ganz vergaß, gerecht zu sein; er vergab Belci-digungcn so bereitwillig, daß man von ihm sagen konnte, er rufe

> sie herbei, und war so freigebig gegen Bettler, daß ihm nichts^ für seinen Schneider und seinen Fleischer übrig blieb. Ein

Laster von einem schwärzerenFarbengradc wurde ihm zugeschrie-ben : Neid. Doch es giebt nicht den geringsten Grund, zu glau-ben, daß dieser schlechte Hang, obwohl er ihn zuweilen sich krüm-' men und zornige Ausrufungen ausstoßcn machte, ihn jemals, antrieb, durch schlechte Kunstgriffe den Ruf irgend eines seinerNebenbuhler, zu beeinträchtigen. Die Wahrheit ist wahrschein-! lieh, daß er nicht neidischer, sondern lediglich weniger klug war,

! als seine Nachbarn. Sein. Herz war auf seinen Lippen. Alle

jene kleinen Eifersüchteleien, die unter Litcratcn nur zu gewöhn-lich sind, die aber ein Mann von Welt zu verhehlen sein Mög-lichstes thut, gestand Goldsmith mit der Einfalt eines Kindes.

> Wenn er neidisch war, so erzählte er, statt Gleichgiltigkcit zuerkünsteln, statt durch schwaches Lob zu vcrurthcilen, statt listigund im Dunkeln Beleidigungen anzuthun, Jedermann, daß erneidisch sei. „Reden Sie nicht, ich bitte, reden Sie nicht in sol-chen Ausdrücken von Johnson," sagte er zu Boswcll; „Sie

s- reißen meine ganze Seele auf." Georg Stccvens und Cuinbcr-i land waren viel zu schlaue Menschen, so etwas zu sagen. Sie

^ würden das Lob des Mannes, den sie beneideten, nachgespro-

s chen, und dann anonyme Schmähschriften gegen ihn in die Zei-