Band 
Fünfter Band.
Seite
386
JPEG-Download
 

386

Samuel Johnson.

lag, beachtete ihn freundlich. Gilbert Walmcsleh, Regisiratordes geistlichen Gerichtshofs der Diöcesc, ein Mann von ausge-zeichneten Gaben, Wissen und Wcltkenntniß, ehrte sich selbst,indem er sich des jungen Abenteurers annahm, dessen abstoßen-des Acußcre, ungelenke Manieren und schmutzige Tracht vieleaus der kleinen Aristokratie der Nachbarschaft zu Gelächter oderzu Ekel bewegten. Indeß zu Lichficld konnte Johnson keinenWeg finden, ein Auskommen zu verdienen. Er wurde Unter-lehrer einer lateinischen Schule in Leicestershire; er wohnte alsdemüthigcr Gesellschafter in dem Hause eines Landgcntlcmans;aber ein abhängiges Leben war für seinen stolzen Geist uner-träglich. Er wendete sich nach Birmingham, und verdiente hierein PaarGuincen durch literarischesPlackwerk. In dicserStadtgab er eine damals wenig beachtete und lange vergessene Ucber-setzung einer lateinischen Schrift über Abyssinien in Druck. Erließ sodann Einladungen zur Subskription auf Herausgabe derGedichte des Politian, mit eine Geschichte der neueren lateini-schen Dichtkunst enthaltenden Noten, ausgehen; aber es gingenkeine Subskriptionen ein, und das Buch erschien niemals.

Während er dieses unstätc und elende Leben führte, ver-liebte Johnson sich. Der Gegenstand seiner Leidenschaft warMrs. Elisabeth Porter, eine Wittwe, welche Kinder hatte, dieso alr waren, wie er. Gewöhnlichen Betrachtern schien dieDame eine kurze, dicke, plumpe Frau zu sein, einen halben Ivlldick geschminkt, in bunte Farben gekleidet, und provinzielle Airsund Manieren vorzuführen liebend, die nicht genau die derQucenSbcrrhs und Lcpcls waren. Für Johnson jedoch, dessenLeidenschaften stark waren, dessen Augenlicht zu schwach war,um Schminke von natürlicher Blüthe zu unterscheiden, und derselten oder niemals mit einer wirklichen Modedame in EinemZimmer gewesen war, war seine Tilth, wie er sie nannte, die