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kcn ausgehängten Kataloge» kaufen, mußte aber hicfürunter einem gewiß sonderbaren Vorwandc 10 Sous weiterbezahlen, indem der Händler mir sagte: ') Mr., pour lapeiue d’avoir coupe le livre, cela fait dix Sous deplus! Ich gedachte hiebei jener Modistin, die mir wenigeTage zuvor, — es war, wenn ich mich nicht irre, eineFlammänderin vo» üppigem Wüchse, — 55 Sous für einPaar Handschuhe abnahm, wofür sie mir selbst Anfangsnur 50 S. gefordert hatte, blos weil sie dieselben mithöchsteignen Händen erweitert hatte. Das schönste: * 2 ) Me-iBento mori — das ich kenne, fand ich in den gothischenHallen der Kreuzgänge aux petits Augustius; der Ge-danke, im Garten unter Thränenweiden und Rosen /') Mo-numenta mortis aufzustellen, ist so herrlich, als hie Sacheselbst. Wann ich den Katalogen durchstudirt habe, werdeich einen ganzen Tag hier zubringen! Abends ging ich insTheater ä la Porte 8. Martin, Das Schauspielhaus istsehr schön dekorirt, aber die Stücke, welche dort zur Auf-führung kommen, gehören in die Leopolds- und Joscphs-Vorstadt zu Wien. Diesesmal gab man Pamela mariee,und sodann: Frederic ä Spandau.
Friederich war eine furchtbare Carricatur! anstatt ge-bückt, stellte man ihn mit einem Buckel dar, und dabeiverdrehte er die Augen gar gewaltig. Vermuthlich hatteder Acteur vom Augenrollen des großen Fritz Etwas ge-hört. Das übrige Costüme war gewählt, wie es sich vonfranzösischer Ignoranz erwarten läßt!
Heute ist sogar eine lebendige Klapperschlange hier zusehen. Anstatt des in Wien gebräuchlichen Zurufes: Fahr'nmer? ist man hier von Stiefel- und Schuh-Putzern, meistSavoyarden, und ihren zudringlid)cn Anträgen belästigt.
t) Mein Herr, das Buch kostet für die durch das Aufschneide»der Blätter verursachte Mühe to Sous weiter.
2) Gedenke an den Tod.
J) TodeS-Denkmäler.