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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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kcn ausgehängten Kataloge» kaufen, mußte aber hicfürunter einem gewiß sonderbaren Vorwandc 10 Sous weiterbezahlen, indem der Händler mir sagte: ') Mr., pour lapeiue davoir coupe le livre, cela fait dix Sous deplus! Ich gedachte hiebei jener Modistin, die mir wenigeTage zuvor, es war, wenn ich mich nicht irre, eineFlammänderin vo» üppigem Wüchse, 55 Sous für einPaar Handschuhe abnahm, wofür sie mir selbst Anfangsnur 50 S. gefordert hatte, blos weil sie dieselben mithöchsteignen Händen erweitert hatte. Das schönste: * 2 ) Me-iBento mori das ich kenne, fand ich in den gothischenHallen der Kreuzgänge aux petits Augustius; der Ge-danke, im Garten unter Thränenweiden und Rosen /') Mo-numenta mortis aufzustellen, ist so herrlich, als hie Sacheselbst. Wann ich den Katalogen durchstudirt habe, werdeich einen ganzen Tag hier zubringen! Abends ging ich insTheater ä la Porte 8. Martin, Das Schauspielhaus istsehr schön dekorirt, aber die Stücke, welche dort zur Auf-führung kommen, gehören in die Leopolds- und Joscphs-Vorstadt zu Wien. Diesesmal gab man Pamela mariee,und sodann: Frederic ä Spandau.

Friederich war eine furchtbare Carricatur! anstatt ge-bückt, stellte man ihn mit einem Buckel dar, und dabeiverdrehte er die Augen gar gewaltig. Vermuthlich hatteder Acteur vom Augenrollen des großen Fritz Etwas ge-hört. Das übrige Costüme war gewählt, wie es sich vonfranzösischer Ignoranz erwarten läßt!

Heute ist sogar eine lebendige Klapperschlange hier zusehen. Anstatt des in Wien gebräuchlichen Zurufes: Fahr'nmer? ist man hier von Stiefel- und Schuh-Putzern, meistSavoyarden, und ihren zudringlid)cn Anträgen belästigt.

t) Mein Herr, das Buch kostet für die durch das Aufschneide»der Blätter verursachte Mühe to Sous weiter.

2) Gedenke an den Tod.

J) TodeS-Denkmäler.