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ordnen! Diese prachtvollen Monumente, Glasscheiben mitden herrlichsten Malereien, und — dann die Kreuzgängeund der Gottes - Acker! Doch vorher noch ein Wort überdieses Llusve cles Alonumeim fraij^ais im Allgemeinenund über seine Gründung, die es seinem gegenwärtigenVorstände, Alex. Le Noir, einem von glühendem, rastlosenEifer und Forscher-Geiste beseelten Manne verdankt. Errettete, vom 6ouver»ement hiezu ermächtigt, gegen 600französische Denkmäler aus alten zerstörten Kirchen, Klö-stern und Schlössern, und, was ein heilloser Vandalismzerstört und zerstückelt hatte, wurde von ihm mit größt-möglicher Sorgfalt wieder hergestellt. Zuerst tritt man indie vormalige Kirche, welche mit Denkmälern aus allenJahrhunderten, chronologisch geordnet und malerisch grup-pirt, angefüllt ist; von da tritt man in Gewölbe undHallen, wo die Alterthümer nach Jahrhunderten geordnetsind, und endlich in's LI^8>UM, dessen Schaltengänge derehemalige Klostergartcn bildet. — Ich bemerke blos, wasmich vorzüglich intcressirte, mit Beziehung auf das treff-liche historische Buch Le Noirs. —
Die rohen Anfänge der Kunst intercssiren natürlichnur historisch. Die alten Könige liegen da in rohen,zerstümmelten Massen, — die Füße auf Löwen gestützt —Alles über Einen Leisten! Monumente aus der Celten-Zeit,wie aus dem Mittclalter. — Aeußerst interessant war mirdie Grab - Kapelle Abaelards — und Heloisens. WelcheWehmuth bemächtigt sich meiner, wenn ich vor dieserGrab-Capclle, welche Peter der Ehrwürdige seinem Freundewidmete, verweile! Hier liegt Er, dem seine Erdenfreu-den und Hoffnungen so boshaft, so teuflisch in dem Augen-blicke, wo Er ihrer süsscsten Verwirklichung in HeloisensArmen entgegensah, zertrümmert wurden. Hier liegt Ermit gesenktem Haupte und gefalteten Händen, und nebenihm seine treue Geliebte. — Es sind diese Köpfe getreueNachbildungen und unter diesem Steine ruht die vereinteAsche der Liebenden.
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