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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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sprach, ißn nicht kann«, und nach feiner gutmüthigen,redseligen Weise ließ er sich mit ihm in ein Gesprächüber verschiedene die Regierung und das Land betreffendeGegenstände ein. Unter Anderem fragte er ihn auch, waSer von dem Frieden von Vervins halte, der dem LandeRuhe und Flor gebracht habe? Ein schöner Friede! sagteder Fährmann. Unsere Abgaben haben dadurch nicht ab-genommen, und der kleine Kasten, worin Sie jetzt sitzen,kostet mich schweren Zoll und bringt mir mein Brod küm-merlich genug. Aber, bemerkte der König: wird dennunser König nicht bald einen Theil der Abgaben erlassen?Har sich wohl/' versetzte der Fährmann:Unser Königist wohl ein guter Herr, aber er hat eine Mailresse, diebraucht gar viel Geld zu ihrem Staate, und da« Geldmüssen wir Unterthanen alle« hergeben! Doch das möchte»och hingehe», wenn sie ihm nur nicht noch Hörner auf-setzte; aber die Leute sagen, daß ihr Andere eben so liebsind als er."

' Der König lachte herzlich und erzählte der schönenGabriele von Uounlort dieses Abeurbeuer. Diese geriethin Feuer und Flamme, und hätte den freimüthigen Schiffergerne gehenkt gesehen. Seyen Sie nicht so wunderlich,sagte der König lachend, der arme Teufel ist gedrückt,darum klagt er; ich will ihm den Zoll von seinem Kahneabnehmen lassen, und ich verwette Alles, ob er nicht vomMorgen bis zum Abend schreit:Hoch lebe Heinrich!Hoch lebe Gabriele!"

Doch beinahe hätte ich über des guten Heinrich« Hof-narren und der lieblichen Gabriele vergessen, daß ichnoch auf dem Montmartre stehe an der Seite eines hüb-schen Weibchens und eines gutmüthigen Ehemannes, undentzückt - trunken auf die majestätische Stadt hcrabschaue.Es ist ein alter Apfelbaum in der Nähe, unter dem 40Personen sich lagern können; Gipsbrüche und Windmühlenund Tummelpläze genug gibts hier für dcu großen Haufenan Festtage»; wir gingen zum Faubourg 8. Gcrmain