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hier sehr viele Fische, und im Rocher-dc-Ca»caJe nichtsals Seefische und Austern, das Dutzend zu 12 8. See-Minister Kartiuo» wurde einst gefragt: »Wozu das vieleFasten?" «Uns Matrosen zu schaffen !" Die Fischereien sinddie Pflanzschule der Matrosen.
Heute habe ich einen Franzosen, der deutsch liest, aufden zehnten Brief in Reichardts vertrauten Briefen ausParis 1802, Hamb. 1805. 3 Bde. 2te Auflage, verwiesen,der eine herrliche Parallele über Napoleon und Friedrich II.enthalt, und bin begierig, was er mir darüber sagen wird.
Für meine Leser, denen diese Parallele nicht gegen-wärtig seyn dürfte, erlaube ich mir, sie hier beizufügen:Bonaparte ist klein, kaum fünf Fuß hoch und ziemlichmager; besonders Lenden, Beine und Arme sind auffallenddünn. Brust und Schultern sind breit, so auch das Ge-sicht, doch ohne hervorstehende Knochen, ungeachtet dieHaut scharf augefpannr ist. Diese ist eben so viel Olivcn-farbe, als gelb, ohne die mindeste Spur von Blutfarbeund ohne alle merkliche Beweglichkeit. Die sanft gebogeneNase und der Mund sind fein geformt und selbst das starkhervorstehende Kinn ist gar nicht unangenehm. Die Mit-tellinie des Mundes würde sehr angenehm seyn, wenn sienicht zu gerade wäre und bci'm Schweigen so scharfschloße, daß von den Lippen wenig zu sehen bleibt. Bci'mReden sind diese aber immer stark auseinander gezogenund bilden ein fortdauerndes Lächeln, (was an Augustus,mit dem N. B. überhaupt viele Ähnlichkeit hat, erinnert).Die Stimme ist tief und meistens rauh, und die schwach-tönendc Rede von so geringer Modulation, daß sich kaumdie Frage bestimmt heraushebt; sehr häufig ist sie auchvon einem heiser», tiefe» Lachen begleitet, das sich imInnersten der Kehle bildet und hincinwärts verliert. DieAugen sind klein und tiefliegend, ohne bestimmte Farbe nochFeuer. Zuweilen glaubt man, sie seyen von blaßblauer undbald wieder von grünlicher Farbe, immer verliert sich'saber. wieder in's Graue und Unscheinbare. Der Blick ist