Sieh, die Nahrung, die ich mir so hie und da hole —mein Herz/ das da draussen etwas/ wie von Liebe undFreundschaft/ seinem eigensten Wesen/ ergreift; esergreifts ohne Macht und Gewalt, es zu dem seinigenzu machen; es kann es nicht vereinigen mit seinem We-sen ; es gedeiht ihm nicht. Größeres Unbehagen folgt.Ich frage mich: Was ich will? was ich nicht will? —>Was seyn soll, kann, ist? — Und da ichs nicht insReine zu bringen weiß, möchte ich oft alles nur nochmehr und arger durcheinander gewirrt sehen.
Hier habe ich lange inne gehalten; verließ endlichmeinen Schreibtisch; kleidete mich an, und ging zuTische. Nun ists Abend. Eben sah ich von dem heutebeständig mit Regenstürmen abwechselnden Sonnen-schein den Glanz des Untergangs, des Abschieds. Dortüber dem Landschästchen wars, das man jenseits derDonau aus meinem Fenster erblickt. Es gab die son-derbarsten Heilungen und Lichtwechsel. Schön, sehrschön war es, und feyerlich und rührend.
Ich stand allein da, liebe Amalia — Syllistand da allein! Ich kann erschrecken, wie vor einerGeistererscheinung, wenn ich mich unversehens so al-lein finde: so ganz allein!