Band 
Erster Band.
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Da aber beyde Triebe, der eigennützige und un-eigennützige, in der menschlichen Natur unmittelbargegründet sind, und der geringere so wenig als der hö-here seine Ansprüche ganz aufgeben kann: so habendie Philosophen von jeher geglaubt ein Mittel finden zumüssen, aus diesen zwey Trieben nur Einen zu ma-chen. Da sie über die Nothwendigkeit dieser philoso-phischen Unternehmung alle einerley Meinung waren,und gleichwohl nicht das Unmögliche möglich machenkonnten; so wurden sie herzhaft, und jeder wählte,nachdem es ihm vorkam, entweder den Trieb zum-Vergnügen, oder den Trieb zum Guten als den Ein-zigen, und ließ diesen Einen hernach beydes thun:entweder das Uneigennützige zuerst und hernach auchbeyher das Eigennützige; oder das Eigennützige zuerst,und hernach auch beyher das Uneigennützige. Du kennstdiese beyden Wähler unter den Namen der Stoikerund Epikuräer, und weißt, daß ich mich eine lange Zeitzu den ersten gehalten habe. Da habe ich denn auchselbst erfahren, daß seine Pflicht erfüllen und glücklichseyn, von Natur ganz und gar nicht einerley Ding ist,sondern daß es noch eher einander entgegen gesetzteDinge sind, und bin von meinem Stoicismus im