Noch schärfer züchtigte Swift die Schreyerseiner Zeit in einer von den Digrcssionen seines Mähr-chens von der Tonne, welches im folgenden Jahre(1704) erschien. Dem sachtsinnigen deutschen Lesermögen leicht einige ver Swiftischen Bilder zu kühn oderzu orientalisch scheinen; aber desto mehr wird erdenrichtigen Verstand, den sie bekleiden, hochschätzen,und die außerordentliche Anwendbarkeit der Gedankenlieben und loben müssen.
Swift behauptet daftlbst, man finde über seinenGegenstand (die Schreyer) viel merkwürdiges schonbey den Alten; nur daß sie immer auf eine räthselhafteWeise, und blos in Hieroglyphen davon gesprochenhatten. Von den Beyspielen, die er anführt, ist dasletzte aus dem Herodot, welcher erzählt, es gebe indem westlichen Theile von Libyen Esel mit Hör-nern. Dieses Gleichniß sollKtesias nur weiter aus-geführt haben, indem er dasselbe Thier in die Gegendvon Indien setzt, und hinzufügt: im Gegentheile vonallen andern Eseln, die keine Galle hätten, werde beydiesen gehörnten ein solcher Ueberfluß davon ange-troffen, daß ihr Fleisch, wegen seiner entsetzlichen Bit-terkeit , nicht zu genießen wäre.