- §21 -
Dinge rein zu machen, und selbst immer schmutzig zuseyn. Endlich, in den Händen der Dienstmägde, ab»genutzt bis auf den Stumpf, wird er entweder auf dieGaffe geworfen, oder man zieht noch diesen letzrenWortheil von ihm, daß man ihn zum Feueranzünder»braucht. Wenn ich dies betrachte, preßt sich ein Seuf-zer aus meiner Brust, und ich sage zu mir selbst:Wahrlich, der Mensch auf Erden ist ein Be-senstiel! Die Natur sendet ihn gesund und kraftvollin die Welt; er stehet da in einem blühenden Zustande,das Haupt bedeckt mit Haaren, diesen eigentlichenZweigen unserer mit Vernunft begabten Pflanze, bisdas Beil der Unmäßigkeit seine grünenden Aeste ausge-hauen hat, und er nun dasteht, ein verdorrterStamm: dann nimmt er seine Zuflucht zu der Kunst,und setzt sich eine Perrüke auf, stolz auf einen unnatür-lichen Busch Haare, ganz bedeckt mit einem Staube,den sein Haupt nicht hervorbrachte. Und nun, wennhier unser Besenstiel auftreten und sich brüsten wolltemit seinem Birkenraube voll Unrath, sey dieser Unrachauch Kehrsal aus dem Zimmer der schönsten Dame,würden wir ihn nicht lächerlich finden, und seiner Ei-telkeit spotten? Was sind wir doch für parteyischeI. X